Chamaeleo calyptratus 1

Aus Reptilien-Infos

Chamaeleo calyptratus (Jemenchamäleon)
Das ist ein ca. 10 Monate alter Jemenchamäleonbock
Verbreitungsgebiet Jemen und in Saudi-Arabien
Größe: Männchen: 60cm, in Gefangenschaft 50cm GL

Weibchen: 45 cm, in Gefangenschaft 30cm

Alter Ø: Männchen 5-7 Jahre und bei Weibchen 4-5 Jahre.Wobei es bei dem weiblichen Jemenchamäleon stark davon abhängt wie viele Gelege sie

Gelegt hat. Wenig Gelege äußern sich positiv auf die Lebenserwartung aus.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Echsen (Sauria)
  • Teilordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
  • Gattung: Chamäleons (Chamaeleonidae)

Aussehen

  • Foto
Das ist eine Jemenchamäleondame im Alter von ca. 6 Monaten

Beschreibung

Das Jemenchamäleon gehört zu den großen Chamäleonarten und wird schon länger in Terrarien gepflegt und auch schon oft nachgezüchtet. Das Jemenchamäleon verfügt über eine breite Farbskala (weiß, schwarz, grau, braun, grün, gelb und orange). Die Grundfärbung des Männchens ist ein helles Gelb-grün, unterbrochen von mehreren gelben Querbinden und braunen Flecken auf dunkelgrünem Grund. Die Weibchen zeigen eine grasgrüne Grundfärbung mit kleinen weißen Streifen und braunen Flecken. Wenn ein Jemenchamäleon erregt wird, sei es durch Erblicken eines weiblichen Chamäleons oder durch das Erblicken eines Rivalen kann das Farbenkleid des Jemenchamäleon sehr bunt werden. Dieses Farbenspiel dient vorrangig der innerartlichen Kommunikation und nur untergeordnet der Anpassung an die Umgebung, wobei sich die Chamäleons in ihrer Grundfärbung gut an das Habitat anpassen. Die Männchen tragen einen imposanten, bis zu 8 cm hohen, Helm auf dem Kopf. Bei den Weibchen ist der Helm wesentlich kleiner, wobei allerdings individuelle Unterschiede bestehen. An den Helm schließt sich der Rückenkamm an, der sich bis zur Schwanzspitze fortsetzt.

Die Kehle weist ebenfalls einen Kamm auf, der sich über den Bauch bis zur Kloake weiterführt. Der restliche Körper ist mit Schuppen bedeckt, die in den verschieden Regionen unterschiedliche Größen aufweist. Da die oberste Hautschicht verhornt ist, häuten sich Chamäleons in unregelmäßigen Abständen in mehreren kleine Fetzen. Dieser Prozess kann 1-3 Tage dauern und wird von den Tieren aktiv durch Scheuern an Ästen unterstützt. Die Körperform ist perfekt an die baumbewohnende Lebensweise angepasst. Durch die Hilfe der verschieden Rumpfmuskeln und der Lungensäcke ist es dem Jemenchamäleon möglich, seinen Körper in "Blattform" zu bringen. Diese Fähigkeit hilft dem Chamäleon beim Drohen, bei der Balz, beim Verstecken hinter dünnen Stämmen und beim optimalen Ausnutzen der Sonnenstrahlen zum Aufwärmen, was den Chamäleons einen großen Vorteil gegenüber anderen wechselwarmen Tieren einbringt, da sie sich schnell aufwärmen können.

Geschlechtsunterschiede

Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei Jemenchamäleons sehr leicht und kann auch von unerfahren Personen durchgeführt werden. Zum Ersten hat der Jemenchamäleonbock an den Hinterfüßen einen Fersensporn (siehe Bild). Dieser Fersensporn ist schon bei frischgeschlüpften Jemenchamäleons zu sehen. Ein zweiter Unterscheidungspunkt ist der Helm des Chamäleons, der wie oben schon erwähnt, bei einem männlichen Tier bis zu 8 cm erreichen kann und bei den weiblichen Tieren deutlich kleiner bleibt. Was oben auf den Beiden Fotos(Bild 1und 2) auch gut zu sehen ist. Die dritte Möglichkeit den Geschlechtsunterschied zu bestimmen ist die verdickte Schwanzwurzel bei den Jemenchamäleonböcken.

Auf diesem Bild ist der Fersensporn eines Jemenchamäleonbocks zu sehen.

Anatomie

Die Anatomie beim Jemenchamäleon oder auch generell bei Chamäleons ist ein sehr gut ausgeklügeltes System der Natur. Zum Einen sind da die Augen der Chamäleons. Chamäleons können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. Dabei können sie aber nicht gleichzeitig in zwei Richtungen sehen, sondern müssen in ihrer Wahrnehmung vom einen auf das andere Auge umschalten. Wird ein Objekt genauer beobachtet oder ein Beutetier fixiert, werden jedoch beide Augen darauf ausgerichtet und es entsteht ein räumliches Sehfeld.

Ein Jemenchamäleon beim Fixieren seine Beute.
Ein Jemenchamäleon Auge.


Als zweites besonderes Merkmal haben Chamäleons Greiffüße, welche ihnen das Klettern in Bäumen und Sträuchern sehr vereinfachen. Das besondere an den Greiffüßen ist, dass von den 5 fingern zwei und drei jeweils zusammen gewachsen sind. Durch dieses Zusammenwachsen besitzen Chamäleons sehr viel Kraft in ihren Füßen. Diese benötigen sie auch, um z.B. bei starkem Wind nicht von den Bäumen zu fallen. Hierbei helfen den Chamäleons noch deren Krallen, die sehr spitz sind. Mit ihnen können sich die Chamäleons ein wenig in die Äste reinbohren, damit sie noch mehr Halt bekommen.

Datei:Fuß.JPG
Auf diesem Foto kann man einen Vorderfuß von einem Jemenchamäleon sehen

Außerdem hilft beim Klettern noch der "fünfte Fuß", der Greifschwanz. Der Greifschwanz ist bei den Chamäleons ebenso kräftig wie die Füße. Er nimmt ungefähr 50% der Größe des Chamäleons ein und ist nicht abwerfbare oder regenerierbar, wie man es von anderen Reptilien kennt, da er sehr wichtig für sie ist. Das Chamäleon benutzt den Greifschwanz nicht nur zum Festhalten, sondern auch zum Ausbalancieren. Läuft ein Chamäleon auf dem Fußboden so ist der Schwanz ganz gerade nach hinten gestreckt. Sitzt ein Chamäleon auf einen Ast und benötigt nicht den Schwanz um sich festzuhalten, rollt es den Schwanz wie eine Schnecke ein (siehe Bild unten).

Der Greifschwanz eines Chamäleons, beim Umgreifen eines Fingers
Ein eingerollter Schwanz des Jemenchamäleons



Die wohl beeindruckendste Fähigkeit von Chamäleons ist die Schleuderzunge, mit der das Chamäleon seine Beute auch aus größerer Entfernung schießen kann. Sie liegt im Ruhezustand um das Zungenbein. Wird ein Beutetier erblickt, wird es mit beiden Augen fixiert, anvisiert und die Zunge wird herausgeschleudert. Dabei wird möglichst immer auf den Kopf des Beutetieres gezielt. Beim wieder reinziehen der Zunge verschließt das Chamäleon seine Augen, damit sie von der zurückschnellenden Zunge nicht verletzt werden. Beim Schuss bleibt das Beutetier nicht etwa an der Zungenspitze kleben, sondern wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von “Greifen” und Unterdruck erfasst. Der Unterdruck wird dadurch erzeugt, dass der mittlere Bereich der Zungenspitze mehr angezogen wird, als der äußere.

Auf diesem Bild ist zu sehen wie ein junger Bock seine Beute anvisiert und die Zunge gerade abschießt

Ob ein Chamäleon einen Geruchs- und Geschmackssinn hat, ist umstritten. Zwar werden besonders eklig schmeckende Beutetiere ausgespien, doch spielen Geschmacks- und Geruchsinn im leben der Chamäleons wohl eher eine untergeordnete Rolle. Trotzdem konnte man schon des Öfteren beobachten, dass unbekannte Objekte bisweilen mit der Zunge abgetastet werden. Zurück ins Maul gezogen kann die Zunge, so wie bei Schlangen und anderen Echsen, dem Jakobsonschen Organ Geruchsinformationen über die betastete Oberfläche vermitteln. Der Hörsinn ist bei Chamäleons nicht so ausgeprägt wie bei manchen anderen Tieren. Allen Chamäleons fehlt ein echtes äußeres Trommelfell und eine Ohröffnung. Für mehrere Arten der echten Chamäleons konnte jedoch gezeigt werden, dass eine dünne Knochenplatte an der Kopfseiten in die inneren Elemente des Hörsystems in ihrer Ausbildung kaum von denen anderer Echsen abweichen, ist anzunehmen, dass die Tiere zumindest laute und niederfrequente Geräusche wahrnehmen. Ein weiteres, und sehr bekanntes, Merkmal der Chamäleons, ist ihre Fähigkeit Farben zu wechseln. Im Gegensatz zur Volksmeinung können die Tiere aber nicht jede beliebige Farbe und jedes Muster annehmen, sondern den möglichen Variationen sind artspezifische Grenzen gesetzt. Auch dient dieser Farbwechsel nicht wie von vielen angenommen der Tarnung, sondern wie oben schon erwähnt der innerartlichen Kommunikation und des Ausdrucks der jeweiligen Stimmungslage des Tieres. Der Vorgang des Farbwechsels erfolgt vor allem durch Umlagerung eines schwarzen Farbstoffes, des Melanins, innerhalb bestimmter Zellen, der Melanophoren. In der oberen Hautschicht eines Chamäleons liegen verschieden gefärbte Pigmentzellen. Dabei gibt 2 Verschieden Zelltypen. Die einen sind gefärbt und die andern sind farblos und lassen sich durch verschiedene Winkel zum Licht in verschiedenfarbig schimmernde Zellen umwandeln.

Natürlicher Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Chamaeleo calyptratus befindet sich auf der südlichen arabischen Halbinsel. und streckt sich von der Asir – Provinz Saudi-Arabiens bis nach Jemen Jemenchamäleons leben in Sträuchern und auf Bäumen, sind aber auch zum Teil in Maisfeldern zu sehen. Tagsüber halten sie sich meist in 1-3 m Höhe auf, nachts gehen sie zum Schlafen auf die höchsten Spitzen der Bäume. In ihrem Lebensraum herrscht fast das ganze Jahr über feuchtwarmes Klima. Die Temperaturen liegen im Winter tagsüber bei maximal 20° C und können in der Nacht sogar bis unter den Gefrierpunkt sinken. Im Sommer kann die Temperatur tagsüber auf bis zu 46° C ansteigen, nachts kühlt es zum Teil bis auf 20° C ab.

  • Tabelle mit Klimaverlauf über das Jahr

Terrarium

Größe

Es gib prinzipiell 3 Möglichkeiten ein Jemenchamäleon zu pflegen. 1. Standard-Terrarium (wobei hier darauf zu achten ist das genügend Lüftungsflächen vorhanden sind) 3. Frei Zimmer Haltung

  • gesetzl. vorgeschr. Mindestmaß

Zu der 1. und 2. Möglichkeit ist noch zu sagen das die gesetzlich gelten Mindestanforderung der Terrarium Größe nicht unterschritten werden darf, die wie folgt berechnet wird: Formel : 4 x 2,5 x 4 (Länge x Tiefe x Höhe) Angenommene Kopf-Rumpflänge (Körpergröße ohne Schwanz)beträgt ca. 25 cm. Daraus ergib sich folgende Rechnung: 25x4 x 25x2,5 x 25x4 = 100cmx62,5cmx100cm (Länge x Tiefe x Höhe). Aber wenn man wirklich ein glückliches Chamäleon haben möchte, sollte man dem Chamäleon mehr Platz geben.

  • empfohlene Größe

Eine Empfohlene Terrariumgröße, die oft gegeben wird, ist 1mx1mx1,50m (L/T/H). Aber auch hier gilt wie sooft, nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Einrichtung

Bei allen 3 Terrariumarten sollten die Klettermöglichkeiten gegeben sein. Dieses schafft man durch Äste, die man im Wald suchen kann, und durch viele Pflanzen. Als gut geeignete Pflanze für das Chamäleon hat sich der Ficus Benjamin herausgestellt, aber auch andere Blumen sind geeignet. Mann sollte nur vorher die Ungiftigkeit der Pflanze prüfen.

Auf diesem Bild ist ein selbstgebautes Terrarium zu sehen. Es hat die Maße 90cmx90cmx250cm (L/T/H)

Klima (Sommer/Winter)

  • Luftfeuchtigkeit

Das Klima im Terrarium/Zimmer sollte wie folgt sein. Die Luftfeuchtigkeit tagsüber sollte zwischen 50 und 70% liegen und nachts etwas höher, was man durch eine Beregnungsanlage oder durch 2x täglich sprühen erreicht. Diese beiden Möglichkeiten geben dem Chamäleon neben den anderen Tränkmöglichkeiten eine weitere Möglichkeit der Flüssigkeitsaufnahme.

  • Temperatur

Die Temperaturen im Terrarium sollten in verschiedene Bereiche unterteil werden. Der Sonnenplatz sollte bei ca. 35Grad liegen.(Bei Jungtieren nicht über 29Grad). Und die anderen Bereiche entsprechend kälter. Wobei darauf zu achten ist, dass die Temperatur von oben nach unten fällt, da sich Chamäleons weiter nach unten begeben wenn es ihnen zu heiß wird. Jemenchamäleons benötigen keine Nachtabsenkung, es langt hier die Zimmertemperatur.














Technik

Da ein Chamäleon ein wechselwarmes Tier und zusätzlich ein Sonnenanbeter ist sollte man bei der Terrariumtechnik einiges beachten. Den Sonnenplatz bekommt man mit handelsüblichen Spotstrahlern hin. Hier muss man ein bisschen mit der Wattzahl und dem Abstand herum experimentieren. Um das gesamte Terrarium Auszuleuchten ist ein HQI-Strahler empfehlenswert. Ein HQI-Strahler ist auf ein Quecksilber- Verbrennungs-Brenner aufgebaut. Dieser gibt ein sehr Tageslicht ähnliches Licht ab. Es gib 2 verschieden Brennerarten die für Chamäleons gut zu gebrauchen sind. Zum einen sind da die NDL-Brenner, die eine Farbtemperatur von 4200K haben und die Brenner mit der Typenbezeichnung D, die eine Farbtemperatur von 5500K haben.(Eine Kleine Erklärung zu der Farbtemperatur: 3000K entspricht der Lichtfarbe "warmweiß", 4000K "neutralweiß" und 6500°K tageslichtweiß). Um die Ecken eines Chamäleon-Terrarium auszuleuchten eignen sich gut T5/T8 Röhren, die überall im Handel erhältlich sind. Eine weiter wichtige Lampe ist die UV-Lampe. Hier ist darauf zu achten das sie ein Hohen UB-B Anteil hat. Zur Zeit(2008) gib es 2 gute Möglichkeiten um dem Chamäleon dieses zu bieten. 1. Die Osram Ultra-Vitalux 2. Lucky Reptil Bright Sun Zu der ersten Möglichkeit ist zu sagen, dass sie nur 30 Minuten am Tage betrieben werden darf, was aber völlig für das Tier ausreicht, da sie ein sehr hohen Anteil an UV-B hat. Die Lucky Reptil Bright Sun kann hingegen den ganzen Tag brennen und liefert dem Chamäleon über den Ganzen Tag hinweg Uv Bestrahlung. Bei dieser Variante kann man auch auf den Wärmespot verzichten. Einen Nachteil hat die Lampe jedoch. Sie benötigt ein Vorschaltgerät und ist damit im Vergleich zur Vitalux relativ teuer(2008).

Um nochmal auf die Terrarien zurück zukommen. Es gibt Vor- Und Nachteil der verschieden Haltungsmöglichkeiten. Das StandartTerrarium ist wohl die einfachste Möglichkeit. Hier ist nur darauf zu achten, dass es genügend Lüftungsflächen hat. Mindestens der Deckel und ein 1mx0,1m langer Lüftungsschlitz, der sich unten befinden sollte, sollten aus Gaze sein. Vorteil: Man bekommt gut die klimatischen Bedingungen hin. Die Variante mit dem Gaze-Terrarium hat den Vorteil das keine Stickluft entstehen kann, was Chamäleons allgemein nicht mögen. Nachteile sind aber, dass man die Chamäleons nicht einfach so im Gaze-Terrarium Füttern kann, außer wenn man die Futtertier in der Wohnung/im Haus haben möchte. Man muss dem Chamäleon das Futter entweder mit der Pinzette/Hand oder mit einem Behälter (z.B. Jogurtbecher) anbieten. Außerdem kann es schwer werden die Klimatischen Bedingungen zu erfüllen, was aber möglich ist. Was man hier gut machen kann, ist das Chamäleon im Sommer (wenn die Temperaturen stimmen) in so einem Terrarium draußen zu pflegen.

Zimmerhaltung

Die freie Zimmerhaltung ist eigentlich nur was für erfahrende Chamäleon-Besitzer. Was aber nicht heißt, dass Anfänger das nicht schaffen können, wenn sie sich vorher gut über das Tier informiert haben. Ein Vorteil an dieser Haltungsart ist, dass man dem Chamäleon viel Platz bieten kann. Nachteile sind wieder die Klimatischen Bedingungen und die Gefahr, dass das Chamäleon von seinem Baum runtergeht und sich in der Wohnung/dem Haus frei bewegt. Hier ist die Verletzungsgefahr für das Tier sehr hoch. Dies könnte man allerdings durch eine Absperrung in den Griff bekommen. Außerdem ist auch hier das Füttern ein bisschen schwieriger. Bei der Auswahl der Haltungsart sollte man den Charakter des zu pflegenden Chamäleons kennen, da sich nicht jedes Chamäleon beliebig halten lässt. Es gibt sehr viele verschieden Charakterzüge bei einem Chamäleon.

Futter

Ausgewachsene Chamäleon calyptrati bekommen etwa alle 2-3 Tage etwas zu fressen, Jungtiere und trächtige Weibchen sollten täglich gefüttert werden. Die Futtertiere können hierbei entweder ins Terrarium gesetzt werden, damit das Chamäleon sie jagen kann, oder man verfüttert sie mit einer Pinzette oder mit der Hand. Verfüttern kann man verschiedene Zuchtinsekten(z.B. Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben, Zophobas Larven), aber auch selbst gefangene heimische Insekten(hier müssen allerdings Arten- und Naturschutzbestimmungen beachtet werden), Nestjunge Mäuse oder auch Obst und Gemüse, wobei dieses nicht von jedem Chamäleon angenommen wird. Damit Krankheiten vermieden werden, werden die Futtertiere mit einem Vitaminpräparat(z.B. Korvimin ZVT+R) und Calcium(z.B. Sepiaschalen, CALCIUMmineral) bestäubt. Zusätzlich können auch die Futtertiere mit Obst, Gemüse und Haferflocken gefüttert werden, damit sie mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Das Nahrungsangebot sollte abwechslungsreich gestaltet werden, da es sonst eventuell zu Verschmähen einzelner Futtertiere kommen kann. Zur ausreichenden Wasserversorgung sollte das Terrarium 2-3 mal täglich mit lauwarmem Wasser besprüht werden. So kann auch die Luftfeuchtigkeit reguliert werden, die bei ca. 50-70 % liegen sollte. Die Jemenchamäleons lecken oder schießen nach dem Besprühen die Tropfen von Blättern oder Scheiben. Damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt und zum Schutz vor Dehydration sollte aber auch noch zusätzlich getränkt werden. Hierfür kann z.B. eine Tropftränke im Terrarium angebracht werden. Darunter wird ein Blumentopf oder eine Schale gestellt, damit der Bodengrund nicht zu feucht wird. Bei freier Zimmerhaltung wäre auch ein Zimmerbrunnen geeignet. Bei diesem muss jedoch täglich das Wasser ausgewechselt werden. Außerdem kann auch mit einer Pipette getränkt werden. Auch hier muss, wie bei der Fütterung, auf die Individualität des Chamäleons geachtet werden. Nicht alle Möglichkeiten werden von allen Tieren angenommen.

Gesetzliche Bestimmungen

Die Haltung von Chamäleons unterliegt in Deutschland einigen Grundlagen, da sie zu den besonders geschützten Tierarten gehören. Wichtig zu wissen ist zum Beispiel, dass für die Haltung eines Chamäleons laut Bundesartenschutzverordnung eine Meldepflicht besteht. Diese umfasst Anzahl, Art und Geschlecht der gehaltenen Tiere. Gegebenenfalls auch besondere Merkmale. Die Anmeldung sollte umgehend nach der Anschaffung des Tieres/der Tiere erfolgen. Der Halter muss die legale Herkunft seiner Tiere nachweisen können. Er sollte sich daher schriftlich bestätigen lassen, dass Elterntiere und Nachzuchten ordnungsgemäß gemeldet sind oder, wenn es sich um Wildfänge handelt, dass bei diesen eine Einfuhrgenehmigung vorliegt. Außerdem ist es vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass Chamäleons nur abgegeben werden dürfen, wenn der Empfänger ausreichend über Unterbringung, Ausrüstung und erforderliche Praktiken einer artgerechten Haltung informiert ist. Zu näheren Informationen sollte man sich an die zuständigen Behörden wenden, zum Beispiel an die Naturschutz- oder Untere Landesbehörde.

Tipps und Tricks

Bevor man sich dazu entscheidet ein Chamäleon oder generell Reptilien zu halten, sollte man sich ein paar Gedanken machen. Zum Beispiel ob man die Zeit und das nötige Geld für so ein Hobby hat. Das Hobby der Terraristik ist generell nicht billig, denn Anschaffung von Tier und Ausrüstung ist nicht alles. Es kommen auch noch andere Kosten auf einen zu. Diese setzen sich zusammen aus Stromkosten und Futter, aber auch mal ein Tierartzbesuch und eventuelles Austauschen von Technik. Dieses alles sollte auch mit bedacht werden. Weiterhin sollte man sich überlegen, ob man einen Platz/eine Person kennt, die das Tier pflegen kann, wenn man mal in den Urlaub fahren möchte. Hier kommen mehre Möglichkeiten in Frage. Entweder kennt man jemanden, den man vorher angelernen könnte, oder man fragt in Tierhandlungen/Tierarztpraxen, ob diese eventuell eine Urlaubsvertretung machen würden bzw. anbieten. Dieses und noch mehr sollte im Voraus gut überlegt sein. Wenn man sich seine Gedanken darüber gemacht hat und auch alles in Kauf nehmen möchte, ist es Zeit sich ein Tier anzuschaffen. Hierbei sollte man immer drauf achten, dass man eine Nachzucht kauft. Da es genügend Nachzuchten auf dem Markt gibt, sollte man dabei eigentlich keine Schwierigkeiten bekommen. Wenn man dann einen Züchter - von den meisten Tierhandlungen ist eher abzuraten - gefunden hat, sollte man sich die Person gut anschauen. Wenn man sicher sein kann, dass der Züchter vertraunwürdig ist, sollte man sich über die Fütterungen und Lichtzeiten erkundigen, damit das Chamäleon nicht zu starken Umstellungen ausgesetzt wird. Dies könnte dem Tier schaden. Gute Foren und Infomation findet man unter folgen Internetadressen:

Und die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde:

Gute Bücher sind zum Beispiel: "Das Jemenchamäleon - Chamaeleo calyptratus", Carsten Schneider "Jemenchamäleon und Pantherchamäleon - Pflege, Zucht und Lebensweise", Ingo Kober und Andreas Ochsenbein

Zucht

Fortpflanzung

Jemenchamäleons sind nach etwa 6 Monaten geschlechtsreif. Mit der Verpaarung sollte man jedoch mindestens 12 Monate warten. Außerdem sollten nur Blutfremde Chamäleons verpaart werden, da Tiere, die aus einer Inzucht stammen, häufig anfälliger für Krankheiten sind und zum Teil auch Anormales Verhalten zeigen können. Die männlichen Jemenchamäleons sind eigentlich immer paarungsbereit, während die Weibchen nur gelegentlich paarungswillig sind. Sie können jährlich bis zu 4 Gelege haben. Bei der Balz zeigt sich das Männchen in seiner schönsten Farbenpracht. Sobald es mit dem Weibchen zusammengesetzt wurde, beginnt es mit Nickbewegungen auf das Weibchen zuzugehen. Hierbei bläht es sich manchmal auf, flacht dann wieder ab und stellt sich seitlich dem Weibchen gegenüber, um möglichst groß zu wirken. Weibchen sind nur phasenweise paarungsbereit, in einem Zeitraum von etwa 15 Tagen. Wenn das Weibchen nicht paarungswillig ist, nimmt es eine braun-schwarze Färbung an und beginnt das Männchen anzufauchen. Dann sollte man die Paarung abbrechen, da es sonst zu Verletzungen der Tiere kommen kann. Ist das Weibchen jedoch paarungsbereit, nähert sich das Männchen von hinten an und steigt auf den Rücken des Weibchens. So wird das Weibchen am Fortlaufen gehindert und es hebt leicht Schwanz und Kloakenregion. Daraufhin schiebt das Männchen seine Kloake unter die des Weibchens. Die Paarung dauert zwischen 20 und 40 Minuten und kann sich mehrmals in den Folgetagen wiederholen. 60 bis 120 Tage nach der Eiablage ist das weibliche Jemenchamäleon wieder paarungsbereit. Wenn das Weibchen tragend ist, sollte es auf jeden Fall wieder vom Männchen getrennt werden, da es sonst weiter bedrängt werden könnte wodurch es zu Stress für das Weibchen und im schlimmsten Fall sogar zur Lege not kommen kann.

Eiablage o.ä.

Während der Trächtigkeit sollte das Weibchen täglich gefüttert werden, da diese sehr an seinen Kräften zehrt. Nach etwa 2-3 Wochen kann man die Eiersilhouetten immer deutlicher auf der Bauchhaut ab. Etwa einen Monat nach der Paarung beginnt das Weibchen erste Probegrabungen zu machen. Nun sollte man für geeignete Ablagebedingungen sorgen, damit es nicht zur Lege not kommt. Dies könnte zum Beispiel ein großer Eimer sein, der ca. 30 cm hoch mit einem leicht angefeuchteten Sand-Erde-Gemisch gefüllt ist. Das Weibchen gräbt zur Eiablage einen so tiefen Tunnel, dass es fast vollständig darin verschwindet. Es dreht sich um und legt am Ende des Tunnels zwischen 20 und 80 Eier ab. Dann klettert es wieder heraus und buddelt den Gang wieder zu. Dieser Vorgang kann einige Stunden dauern.

Inkubation/Zeitigung

Nun sollten die Eier vorsichtig ausgegraben und in kleine Boxen überführt werden(z.B. Heimchenboxen). Diese sollten zuvor mit feuchtem Vermiculit gefüllt worden sein. Nun stellt man die Boxen in einen Inkubator(Brutkasten), in dem die Temperatur zwischen 26° C und 28° C sein sollte. Während der ersten 3 Monate der Zeitigung legen die befruchteten Eier deutlich an Volumen zu. Die Boxen müssen ab und zu geöffnet werden, damit der Gasaustausch gewährleistet ist und die Substratfeuchte reguliert werden kann. Die Zeitigungsdauer beträgt ca. 200 Tage.

Aufzucht der Jungtiere

Kurz vor dem Schlupf beginnen die Eier zu schwitzen und fallen ein. In den folgenden Tagen schlüpfen nun die Jungtiere. Anfangs ernähren sich die Kleinen vom Dottersack und bewegen sich nicht viel. Dann fangen sie an die Umgebung zu erkunden und werden in ein kleines Terrarium überführt. In diesem sollte es ein paar dünne Äste geben, jedoch kein Bodensubstrat, da die Jungtiere sonst beim schießen von Futtertieren Substratteile verschlucken könnten. Gefüttert werden die kleinen Chamäleons mit Mikroheimchen und Fruchtfliegen, die zuvor mit ausreichend Vitaminen und Calcium bestäubt werden müssen, damit es nicht zu Mangelerscheinungen oder Rachitis kommt. Um genügend Wasser anzubieten und die Luftfeuchtigkeit zu regulieren kann man das Terrarium zweimal täglich mit lauwarmem Wasser absprühen. Die Jungtiere schlecken oder schießen dann die Wassertropfen von Blättern und Scheiben. Zusätzlich kann man auch noch mit einer Pipette tränken. Die jungen Jemenchamäleon benötigen schon früh ausreichend Platz und sollten deshalb in kleinen Gruppen von etwa 5 Jungtieren in ca. 30 x 30 x 50 cm große Terrarien überführt werden. Nach 4-5 Monaten sollten die Tiere dann in größere Terrarien umziehen. Die Temperatur sollte bei etwa 27° C liegen, diese aber nicht unbedingt überschreiten. Das Terrarium kann im Großen und Ganzen so ausgestattet sein wie bei ausgewachsenen Tieren, aber es sollten dünnere Äste verwendet werden. Wenn man die Jungtiere abgeben will, sollte man darauf achten, dass dies nicht zu früh geschieht. Sie sollten schon eine gewisse Größe erreicht haben und gewissermaßen futterfest sein.


Geschrieben von N.Clausen

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