Chondrodactylus turnerii

Aus Reptilien-Infos

Chondrodactylus (pachydactylus) turnerii (Turners Dickfingergecko)

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Verbreitungsgebiet Südafrika, Botswana, Namibia, Simbabwe, Angola, Tansania
Größe: Männchen: bis 20 cm

Weibchen: bis 20 cm

Alter Ø: ca 20 Jahre

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Turners Dickfingergecko wird etwa 20cm groß und wirkt oft recht wuchtig. Der Körper ist abgeflacht und die Gliedmaßen sind recht stämmig. Seine Körperbeschuppung ist sehr fein und er besitzt große Tuberkel. Der Gecko hat einen breiten und fast dreieckigen Kopf. Seine runden Augen sind ocker bis gold und liegen relativ nah an der Schnauze. Seine Grundfarbe ist gelb-braun bis dunkelbraun, grün-grau oder rötlich sein. Auf seine Rücken hat der Gecko mehrer Längsstreifen die ein Zick-Zack-Muster bilden. Diese Streifen sind dunkelgrau bis schwarz. Auch an der Kopfseite bis vorn zur Schnauze hat er einen dunklen Streifen. Die Finger sind vorne abgerundet und besitzen Haftlamellen durch die die Geckos die Möglichkeit haben an glatten Flächen zu laufen. Zum laufen auf dem Boden rollen die Tiere ihre Zehen nach oben um die Haftlamellen nicht zu beschmutzen.


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Geschlechtsunterschiede

Die Männchen verfügen über stark verdickte Hemipenistaschen, sowie größere Postanaltuberkel als die Weibchen. Außerdem verfügen fast alle Männchen über viele weiße Punkte und Weibchen über gar keine oder der wenige.

Natürlicher Lebensraum

Turners Dickfingergeckos leben in mehreren Ländern im Süden Afrikas, wo sie trockene Fels- und Baumlandschaften bewohnen. Tagsüber halten sich die Tiere in ihren Verstecken auf. Als Verstecke dienen Felsspalten und Lücke unter der Rinde der Bäume. Auf dem Boden sind sie nur selten vorzufinden. Auch in Häuern halten sie sich häufig auf, wo sie ausreichend Nahrung finden. Dort können sie sich mit Hilfe der Halftlamellen frei an den Wänden bewegen. In ihrem natürlichen Lebensraum treten die Tiere meist in Gruppen auf.

Klima

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Quelle:www.travelshop.de/laenderlexikon/images/klima/simbabwe1.gif

Das Terrarium

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Größe

Ulber empfiehlt ein Terrarium mit den Maßen 40x40x40cm, wobei ich eher zu einer Höhe von mindestens 50cm tendiere.

Dieses Maß ist für die Tiere ausreichend da sie sich kaum bewegen. Ich halte meine auf 50x50x60 und es wird nicht die gesamte Fläche genutzt. Wichtig ist die Höhe des Beckens, da die Tiere gern klettern und auf erhöhten Flächen liegen. Der Boden wird hauptsächlich zur Eiablage und als Kotplatz genutzt. Als Bodengrund eignet sich sehr gut Spielkastensand, zur Eiablage sollte dieser etwa 5-10 cm tief sein.


Einrichtung

Bei der Einrichtung des Terrariums sollte bedacht werden dass die Tiere sowohl glatte als auch raue Flächen benötigen. Hierfür kann man eine Felsrückwand gestalten, wobei es aber von Vorteil ist die Seitenwände komplett oder zum Teil frei zu lassen. Als Wärmeplätze eignen sich sehr gut Schieferplatten, die die Temperatur noch eine Zeit lang halten wenn der Spot aus ist. Außerdem sollten Äste oder andere Hölzer mit einen Mindestdurchmesser von 3 cm vorhanden sein. Damit wird wieder die Lauffläche der Tiere vergrößert. Als Verstecke eignen sich sehr gut Steinhöhlen und Korkstücke am Boden bzw. Korkröhren. Gerne quetschen sich die Tiere auch ind die Felsspalten der Rückwand, wo sie sich besonders sicher fühlen wenn sie sowohl mit dem Bauch als auch mit dem Rücken Kontakt zur Oberfläche haben. Für jedes Tier sollte mindestens ein Versteck vorhanden sein, auch wenn sie meist bei einander liegen. Zur optischen Aufbesserung des Terrariums können auch ungiftige Pflanzen wie Tillandsien und Agaven integriert werden, welche für die Tiere keine große Rolle spielen. Wichtiger ist es dass ein Wassernapf und eine kleine Schale mit geriebener Sepiaschale o.ä. im Terrarium vorhanden sind.


Terrarienklima

Temperatur

Wichtig ist natürlich dass ein ausreichendes Temperaturgefälle im Terrarium vorhanden ist. An der wärmsten Stelle sollten etwa 40 und an der kühlsten 22-24°C sein. Nachts sollte die Temperatur auf Zimmertemperatur absinken, somit ist nachts kein Beheizen nötig. Auf dem Sonnenplatz sollten Tagsüber 40°C erreicht werden.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 60% liegen, was auch durch die Klimatabelle (siehe oben) nachvollziehbar ist. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhalten sollte mehrmals die Woche gesprüht werden. Sieht man dass eine Häutung bevorsteht ist es ratsam einen Teil der Einrichtung (z.B. Korkstück) feucht zu halten.

Technik

Da die Tiere dämmerungsaktiv sind stellen sie keine besonderen Ansprüche an die Technik. Zur Beleuchtung reicht eine normale Leuchstoffröhre oder Kompaktlampe in Tageslichtfarbe mit einem Reflektor. Ich verwende für mein Terrarium eine Repti Glo Kompakt mit 13 Watt die ich von oben mit dem Reflektor aufs Terrarium gestellt habe. Zum erzeugen eines Wärmeplatzes kann ein normaler Spot aus dem Baumarkt verwendet werden. Ich nutze einen 40 Watt Spot der einen Platz auf der Rückwand erwärmt. Es kann vorkommen dass sich die Tiere abends auf den noch warmen Spot legen, Tags, wenn er heiß ist meiden sie ihn aber, wodurch kein Schutzkorb notwendig ist.


Ernährung

Nahrung

Die Tiere ernähren sich rein carnivor (fleischfressend). Als Futtertiere können alle möglichen Insekten angeboten werden. Dazu zählen Grillen, Heuschrecken, Schaben und Maden. Gern nehmen sie auch Motten, bei denen sich die Jagd auch als spannend herausstellt.


Fütterung

Man muss gerade bei Jungtieren darauf achten dass jeder etwas abbekommt, da die Tiere so gefräßig sind dass sie gern auch die Portionen der anderen fressen. Adulte Tiere werden 2-3-mal pro Woche gefüttert, Jungtiere häufiger. Die Futtertiere werden einfach ins Terrarium geworfen, eine Pinzettenfütterung ist nur nötig wenn eines der Tiere zu kurz kommt.

Bei jeder zweiten bis dritten Fütterung müssen die Futtertiere mit einem Viraminpräperat bestäubt werden. Außerdem sollten immer eine Schale mit Calcium und eine mit Wasser zur Verfügung stehen.


Gesetzliche Bestimmungen

In Deutschland unterliegen die Tiere keiner Meldepflicht.


Besonderheiten in der Haltung

Die Tiere lassen sich auch frei im Zimmer halten. Sie sind sehr standorttreu und anpassungsfähig. Für ein Terrarienzimmer bietet sich diese Art von Haltung an, da die Geckos dort entlaufene Futtertiere vernichten. Der Freizimmerhaltung kommt es auch zu guten, dass die Tiere einen festen Kotplatz haben und sich fast nie auf dem Boden aufhalten. Außerdem sind sie recht anpassungsfähig was die Temperaturtoleranz angeht. Es muss nur darauf geachtet werden dass der Gecko nicht entwischen kann und er nicht anderweitig in Gefahr gerät.


Zucht

Die Zucht dieser Art gestaltet sich als recht einfach. Fühlen sie sich wohl kann es schnell zur Schache kommen.

Paarung und Eiablage

Die Paarung dieser Art verläuft sehr friedlich und für gewöhnlich komplikationsfrei. Das Männchen stupst zu Beginn meist das Weibchen mit der Schnauze an und leckt sie ab um sie zum Paarungsakt aufzufordern. Wenn sich das Weibchen noch nicht paaren möchte läuft sie einfach schnellen Schrittes davon. Wenn dies nicht geschieht beißt das Weibchen dem Männchen in den Nacken oder das Vorderbein und schiebt seinen Schwanz unter den des Weibchens. Dabei kommt es nur sehr selten zu Verletzungen. Nach ca. einem Monat sind die Eier im Weibchen deutlich sichtbar und ihr Unterleib ist stark verbreitert. Dann beginnt auch das Weibchen etwa 2-3 Tage zu buddeln um einen geeigneten Eiablageplatz zu finden. Manchmal kleben sie die Eier auch einfach an Einrichtungsgegenstände des Terrariums. Meist werden zwei einzelne Eier gelegt die ab und an aber auch mit einander verklebt sein können. Manchmal wird auch nur ein Ei gelegt.


Inkubation/Zeitigung

Die Eier sind recht zerbrechlich, somit können gerade verklebte Eier nicht heil aus dem Terrarium geborgen werden. Es ist möglich die Eier im Terrarium zu belassen damit die Jungtiere dort ausschlüpfen. Die Eier können aber auch im Inkubator bei etwa 27°C-30°C inkubiert werden. Die Jungtiere schlüpfen nach nicht ganz einem Monat.

Aufzucht der Jungtiere

Die Jungtiere sollten getrennt von den adulten gehalten werden damit sie eine Chance haben an Nahrung zu gelangen. Anfangs können sie in einer großen Heimchendose gehalten werden. Diese sollte mit kleinen Ästen zum Klettern ausgestattet sein. Außerdem dürfen Versteckplätze nicht fehlen. Dazu eignen sich zum Beispiel Blätter und Filmdosen. Als Bodengrund verwendet man am besten Küchenpapier da dieses leicht zu wechseln ist. Auch bei den Jungtieren ist die Wasserzufuhr natürlich notwendig. Dazu kann man eine Flaschendeckel mit etwas Wasser als Trinkgefäß verwenden. Damit die Jungtiere auch ausreichend Wärme abbekommen können die Dosen einfach auf ein Terrarium gestellt werden. Die Fütterung sollte anfangs täglich durchgeführt werden. Bei jeder zweiten Fütterung müssen die Tiere mit Vitaminen und Calcium bestäubt werden. Wenn die Jungtiere etwas größer geworden sind können sie in Gruppen in kleinen Terrarien oder großen Faunaboxen gehalten werden. Nach etwa einem Jahr sind die Tiere dann geschlechtsreif.

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