Chamaeleo calyptratus

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Chamaeleo calyptratus (Jemenchamäleon)
männliches Jemenchamäleon
Verbreitungsgebiet Südarabien, Jemen in Wäldern als auch in vegetationsarmen Gegenden, sowie Florida
Größe: Männchen: bis zu 60cm

Weibchen: bis zu 45cm

Alter Ø: m: zwischen 5 und 6 / w: 4 bis 5 Jahre

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Jemenchamäleon Blume.jpg

Beschreibung

Das Jemenchamäleon hat einen bis zu 8 cm großen Helm, welcher zur Tarnung gilt. Bei den Weibchen ist dieser kleiner und flacher ausgeprägt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der bei den Männchen vorkommende Fersensporn, sowie eine verdickte Schwanzwurzel. Zu dem hat es sehr dünne Beine, an deren Enden sich gespaltene Füße befinden. Dadurch kann Chamaeleo Chalyptratus ohne Mühe klettern. Jeder Fuß mit fünf Zehen ausgestattet, wobei jeweils zwei und drei Zehen miteinander verwachsen sind. Zudem weisen die Zehen Krallen auf. Der lange Schwanz dient zum Greifen und Gleichgewichthalten des windschnittigen dünnen Körpers. Zudem verfügt das Jemenchamäleon über eine Zunge, die es mit Hilfe von zwei Gelenken auf das Beutetierschießen kann, welches an den mit Sekret überzogenem dickeren Ende kleben bleibt. Die unauffällige Färbung dient weniger für die Tarnung. Sie ist dazu da um zu kommunizieren und Stimmungen anzuzeigen. Typisch sind die Farben weiß, gelb, beige, grau, braun und schwarz. Nicht zu übersehen sind auch die zwei hervorstehenden Augen, mit denen das Jemenchamäleon in jede erdenkliche Richtung unabhängig bewegen kann. Die Natur gab ihnen somit ein sehr scharfes präzises Sehen, welches zur Beutejagd dient. Jedoch hat das Gehör stark darunter gelitten und fast zurückgebildet.

Natürlicher Lebensraum

Das Jemenchamäleon lebt in verschiedensten Biotopen Jemens, Saudi-Arabiens und Floridas (durch Aussetzen, Ausbrüche…) auf Bäumen, Sträuchern und Nutzpflanzen auf einer Höhe von bis zu 3 Metern.

  • Tabelle mit Klimaverlauf über das Jahr

[Klimadiagramm Sana'a] [Klimadiagramm Aden] [Klimadiagramm Al Hudaydah] [Klimadiagramm Al Mukalla]

Terrarium

Das Jemenchamäleon kann man auf verschiedene Art und Weise halten; Die erste Variante ist die Zimmerhaltung, auch Freihaltung genannt. Hier kann das Chamäleon frei im Zimmer herumklettern. Die zweite, weitaus sichere Möglichkeit, ist die, das Chamäleon in einem Terrarium zu halten. Sicherer deshalb, weil bei der Zimmerhaltung das Risiko besteht, dass sich das Tier an kaputten Kabeln oder durch herabfallende Gegenstände tödlich verletzten kann, aber auch durch fremde Einflüsse wie Hunde, Katzen und Menschen.

  • Foto(s)

Größe

Das Terrarium sollte für Männchen als auch für Weibchen eine Mindestgröße von 80x60x120 aufweisen. Dieses kann aus Glas, Styrodur, Gaze oder Holz sein. Bei Glas und Gaze muss man daraufachten, dass diese Materialien kaum Wärme und Luftfeuchtigkeit speichern können. Anders jedoch bei den anderen beiden Terrarientypen, die man auch einfach ohne großes handwerkliches Geschick selber machen kann. Das Terrarium sollte über eine möglichst große Lüftungsfläche verfügen, welche sich an der Oberseite und an der unteren Vorderseite befinden sollten.

Technik

Da das Jemenchamäleon wie fast alle tagaktiven Reptilien sehr lichtliebend ist, sollte die Beleuchtung mindestens aus einem 70w HQI (Halogenmetalldampflampe) einer T5 Leuchtstoffröhre (jährlich auszuwechseln), sowie mit einem Wärmespot (z. B Osram Concetra) ausgestattet sein. Zur täglichen UV-Bestrahlung benötigt das Jemenchamäleon eine Osram Ultravitalux, welche aus einer Entfernung von einem Meter für 15-20 Minuten eingeschaltet werden muss. Die andere Beleuchtung richtet sich nach der Jahreszeit (14 Stunden im Sommer; 10 Stunden im Winter).

Klima

  • Temperatur

Zudem sollte beachtet werden, dass es so ein genanntes Temperaturgefälle gibt. Das heißt am Sonnenplatz sollten 35°C (95° F) herrschen und bis auf 20°C in der Umgebung sinken. Die durchschnittliche Sommertemperatur im Terrarium sollte bei 26 bis 28°C liegen, mit einer Nachtabsenkung bis auf 16 bis 20 °C (Im Winter tagsüber 18-20°C und nachts 12-14°C.

  • Luftfeuchtigkeit

Zum Wasserbedarf des Chamäleons sollte 2x am Tag gesprüht werden.

Einrichtung

Die Inneneinrichtung sollte aus rauen Kletterästen und ungiftigen Pflanzen (Schefflera, Ficus Benjamini, Drachenbaum, Monsterblatt, Efeutute, Orchidee, Phoenixpalme, Palmfarn, Strahlenaralie, Grünlilie) bestehen. Zusätzlich sollte das Terrarium von Innen mit Kork verkleidet sein. Den Bodengrund erhält man, indem man Erde und Spielsand miteinander vermischt. Dabei sollte dieser bei Weibchen grabfähig sein. Bei der Freihaltung im Prinzip dieselbe Technik, Bepflanzung usw. Nur, dass eine Begrenzung ratsam ist damit das Chamäleon nicht überall hinkommt.

Futter

Nahrung

Die Nahrung des Jemenchamäleons besteht zum größten Teil aus Insekten, wie Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, Mehlwürmer und Zophobas. Diese sollten jedoch in die nahrhaften und in die weniger nahrhaften Futtertiere unterschieden werden, damit das Chamäleon nicht bei falscher Ernährung an Verfettung stirbt. Als nahrhaft gelten Mehlwürmer, Schaben und Zophobas. Sie sollten nur sehr selten angeboten werden. Die Hauptnahrung sollte aus angefütterten Heuschrecken, Grillen und Heimchen bestehen. Zusätzlich sollten diese mit Korvimin ZVT + R und geriebener Sepiaschale bestäubt werden, um den Vitamin und Nährstoffbedarf zu decken.

Fütterung

Zur Fütterung empfiehlt sich ein Becher oder eine Heimchendose als „Napf“ zu benutzen. Ausgewachsene Exemplare können auch Nacktmäuse verzehren. Als pflanzliche Kost sollten Banane, Apfel, Birne, Rosinen, Feldsalat, Löwenzahn, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen, kernlose Weintrauben oder Tomaten angeboten werden. Die Größe der pflanzlichen und tierischen Nahrung richtet sich nach der Größe des Tieres und der Breite des Mauls.

Zucht

Fortpflanzung

Paarung von Jemenchamäleons
Datei:Schwangeres Jemenchamäleon.jpg
Graviditätsfärbung des Weibchens

Mit etwa 6 Monaten sind Jemenchamäleons geschlechtsreif, jedoch sollte diese erst mit dem 12. Monat beginnen. Zur Paarung sollte man das Weibchen in das Terrarium des Männchens setzten. Das Männchen beginnt daraufhin mit der Balz – er zeigt sich in den schönsten Farben, baut sich regelrecht vor dem Weibchen auf und führt nickende Bewegungen aus, während er sich dem Weibchen langsam nähert. Zeigt dieses keine Abwehrreaktionen und färbt sich nicht um, wird der Bock sich zügig nähern und das Weibchen einige Male mit dem Helm in die Seiten stoßen. Danach versucht er das Weibchen zu besteigen. Die Paarung an sich dauert zwischen 5 und 20 Minuten. Nach einiger Zeit wird das Weibchen den Bock durch schaukelnde Bewegungen abwehren und eine dunkle Trächtigkeitsfärbung zeigen.

Eiablage o.ä.

Nach einer Paarung werden ungefähr nach 30 Tagen bis zu 80 Eier abgelegt. Meistens führt das Chamäleonweibchen vorher Probegrabungen durch. Als Eiablageplatz empfiehlt sich ein Gefäß mit einer ca. 20cm hohen Spielsandschicht. Der Sand sollte leicht feucht gehalten werden. Nach Beendigung der Eiablage verschließt die Chamäleondame den gegrabenen Tunnel wieder. Dieser Vorgang nimmt einige Stunden in Anspruch. Diese Tätigkeit ist sehr kräftezehrend, weshalb das Weibchen unbedingt Flüssigkeit und Futter benötigt, damit es schnell zu Kräften kommt. Die ersten vier Wochen danach sollte täglich gefüttert, damit das weibliche Tier wieder bereit zur nächsten Paarung (in der Regel 60-120 Tage nach Eiablage) gestärkt ist.

Inkubation/Zeitigung

Die Eier sollten nun vorsichtig ausgegraben werden. Anschießend werden sie in mit Deckel verschließbaren Heimchendosen gelegt. Als Brutsubstrat werden leicht angefeuchtetes Vermiculate verwendet. Danach werden die verschlossenen Behälter in einen Brutkasten für 150 – 210 Tage bei 26-28°C inkubiert. Dabei sollten die Vermiculate immer leicht feucht gehalten und der Behälter alle 4 Wochen gelüftet werden.

Aufzucht der Jungtiere

Nach dem Schlupf sollten die Chamäleons zusammen in ein Aufzuchterrarium ohne Bodengrund für 1 - 2 Monate überführt werden. In den ersten Tagen ernähren diese sich vom im Ei befindlichen Dottersack. Sollte dieser verbraucht sein sollte man die Jungtiere mit Microheimchen (bzw. –grillen) oder mit großen Fruchtfliegen füttern. Die Jemenchamäleons verlangen in ihrem Wachstum immer mehr Platz und sollten nach dem 4 Monat ein Terrarium mit den Größen 30x40x50 ihr Eigen nennen können. Dies stellt sich bei bis zu 80 Jungtieren sehr problematisch da, weshalb diese schon im Alter von 2-3 Monaten abgegeben bzw. verkauft sein sollten. Man kann das Chamäleon auch gleich in das endgültige Terrarium setzen und spart sich somit die Übergangsbecken. Bei Jungtieren sollte die Temperatur nicht 28° überschreiten. Es besteht die Gefahr der Überhitzung.

Gesetzliche Bestimmungen

Zudem müssen alle Jemenchamäleons nach dem Washingtoner Artenschutzsabkommens II bei dem untersten Landesamt gemeldet sein. Hierzu benötigt man die Übergabebescheinigung des Züchters. Man muss darauf achten, dass bei jeder Bestandsveränderung das Amt informiert ist (Sterbefälle, Bestandserweiterung.)

persönliche Erfahrungen

Jemenchamäleons sind keine einfach zu haltenden Anfängertiere! Beim Kauf sollte man beachten, dass man kein zu träges oder dürres Chamäleon kauft. Stichwort: Futterfestigkeit. Auch sollte es keinen Spontankauf oder Mitleidskauf geben. Zudem solle man sich mindestens 3 Monate informieren und dann entscheiden, ob man das Tier naturnah halten und ernähren kann, denn Chamäleons sind wie alle Tiere sehr anspruchsvoll!

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