Kotprobe
Aus Reptilien-Infos
Als Untersuchungsmaterial sind geeignet:
- Kot
- Rundwürmer, z.B. Oxyuren, Kalicephalus, Spiruida, Rhabdias usw
- Bandwürmer, z.B. Ophiotaena
- Saugwürmer
- Einzeller wie z.B. Amöben, Kokzidien, Hexamiten, „Flagellaten“
- Urin (nur der flüssige Teil: Einzeller, z.B. Hexamiten, Kokzidien)
- Blut/ Blutaustriche (Blutparasiten z.B. Mikrofilarien, Trypanosomen, Haemogregarinen)
- Lungenspülproben (Lungenwürmer, Einzeller, Pentastomiden)
- Magenspülproben (Cryptosporidien, Würmer)
- ausgewürgte Futtertiere (Cryptosporidien)
- komplette Ektoparasiten (z.B. Zecken, Milben, ausgeschiedene Endoparasiten in Wasser oder Ethanol)
Kotproben:
Die Proben müssen möglichst frei sein von Beimengungen wie Bodensubstrat, Urat (der kristalline Anteil des Urins, weist eine weiße bis gelbliche Farbe und pastöse bis krümelige Konsistenz auf), Zellstoff, Watte und ähnlichem, da diese Beimengungen die Untersuchungen erschweren oder gar verfälschen können.
Sammelkotproben:
Eine Sammelkotprobe ist sinnvoll von Tieren, die zusammen gehalten werden. Auch eine Sammelkotprobe von einem einzelnen Tier, die zwei oder drei Darmentleerungen enthält, ist sinnvoll, da viele Parasiten intermittierend (nur gelegentlich) ausgeschieden werden.
Dabei sollte der älteste Probenbestandteil nach Möglichkeit nicht länger als 3 Tage gelagert werden.
Probengefäße:
Als Probengefäße eignen sich die in Apotheken oder bei Tierärzten erhältlichen Kot- oder Stuhlröhrchen. Auch Filmdöschen oder andere fest verschließbaren, unzerbrechlichen und auslaufsicheren Gefäße sind geeignet.
Vollkommen ungeeignet sind Plastikbeutel, Alupapier und ähnliches, da diese Materialen nicht auslaufsicher sind und daher gar nicht durch die Post befördert werden dürfen.
Probenbeschaffenheit:
Die Probe sollte so frisch wie möglich zur Untersuchung gelangen. Um ein Austrocknen der Probe zu verhindern, empfiehlt es sich wenige Tropfen Leitungswasser zuzufügen.
Routinemäßige parasitologische Untersuchung:
Diese umfasst den Nachweis der meisten Würmer und Einzeller, ausgenommen Cryptosporidien. Routinemäßig sollte diese Untersuchung bei Neuzugängen während der Quarantäne sowie vor Vergesellschaftungen (z.B. zur Paarung) durchgeführt werden.
Achtung: Eine einmalige parasitologische Untersuchung kann nicht mit Sicherheit das Bestehen einer Parasitose ausschließen, da viele Parasiten intermittierend ausgeschieden werden! Daher nach Möglichkeit eine Sammelprobe einschicken, oder mehrere Einzelproben untersuchen lassen.
Zeigt Ihr Tier Anzeichen einer Darmerkrankung (Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Fressunlust, Apathie) empfiehlt es sich, diese einfache und preisgünstige Untersuchung als erstes Verfahren zu nutzen, da ein Grossteil der infektiösen Erkrankungen bei Reptilien durch Parasiten verursacht wird.
IFT = Immunofluoreszenttest
Das Funktionsprinzip: Ein markierter Antikörper bindet spezifisch (Schlüssel- Schloss- Prinzip) an das gesuchte Antigen (z.B. Cryptosporidien- Oozysten, Giardia- Zysten usw.). Nach einer Inkubationszeit werden die Antikörper abgewaschen und bei positivem Befund leuchtet die Markierung des gebundenen Antikörpers unter den Fluoreszenzmikroskop auf.
Der Vorteil gegenüber anderen Methoden liegt in der Möglichkeit begründet auch die Morphologie des potentiellen Antigens beurteilen zu können. Dieses Verfahren hat eine sehr hohe Sensitivität (Fähigkeit zum Erregernachweis) und Spezifität (reagiert nur auf die nachzuweisenden Parasitenarten)
Für den Nachweis von Cryptosporidien ist dieses Verfahren das Mittel der Wahl.
Mikrobiologische Untersuchung (Nachweis von Bakterien und Pilzen)
Als Untersuchungsmaterial sind geeignet:
- Abstriche aus Kloakenregion, Maul, Trachea, Wunden usw.
- Lungenspülproben
- Blutproben (bei Verdacht auf Sepsis)
Eine mikrobiologische Untersuchung aus Kotproben ist nicht sinnvoll! Ebenso wenig eine „prophylaktische“ mikrobiologische Untersuchung von Reptilienkot. Bei bestehenden Krankheitsanzeichen sollte jedoch eine mikrobiologische Kontrolle erfolgen!
Die Abstriche müssen steril entnommen werden und mit einem Medium versehen sein (Sterile Tupfer und Transportmedium verwenden)! Sterile Abstriche sollte möglichst ein Tierarzt entnehmen. In Ausnahmefällen sind Abstrichbestecke jedoch auch von Tierärzten, aus Apotheken oder von uns zu beziehen.
Blut
Aus Blutserum können biochemische Parameter bestimmt werden. Bitte beachten, dass als Gerinnungshemmer kein EDTA (verursacht Haemolyse) sondern Heparin oder Natriumcitrat verwendet wird. Aus Vollblut kann ebenso die Erstellung eines Differentialblutbildes erfolgen. In Blutausstrichen oder Präparationen können weiterhin krankhafte Veränderungen der Blutzellen (z.B. Einschlusskörperchen, Degenerationen usw.) als auch Blutparasiten diagnostiziert werden.
Pathologische Untersuchung
Als Untersuchungsmaterial eignen sich:
- ganze Tierkörper, gekühlt
- einzelne Organe, fixiert in Formalin (gepuffert, maximal 7%ig) oder Alkohol (Ethanol mindestens 70 %ig)
Tierkörper auslaufsicher und gekühlt versenden. Bitte nicht einfrieren (Eiskristalle zerstören die Organstruktur)! Weit vorangeschrittene Verwesung kann eine präzise Diagnose unmöglich machen!
In der Regel sind neben der pathologisch-anatomischen Untersuchung Gewebeschnitte (Histologie) erforderlich, die mikroskopisch ausgewertet werden müssen.
Wasserproben
In Wasserproben können in unserem Labor chemische Parameter sowie Keimzahlbestimmungen vorgenommen werden, die Aussagen über die Wasserqualität von Aquarien- und Teichwasser zulassen. Wasserproben müssen so schnell wie möglich und gekühlt zur Untersuchung gelangen, da einige der wichtigsten Parameter durch bakterielle Umsetzungen verändert werden.
Für Fragen zu Probenvorbereitung, Probenversand und Befunden stehen wir Ihnen wochentags gerne telefonisch zwischen 11 und 15 Uhr zur Verfügung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir medizinischen Laien telefonisch jedoch keine Auskunft zu Medikamenten und deren Dosierungen erteilen können. Alle benötigten Informationen dazu finden Sie auf ihrem Befund.
Quelle: http://exomed.de/