Mantella aurantiaca (Goldfröschchen)
Aus Reptilien-Infos
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Beschreibung:
Das Goldfröschchen (Mantella aurantiaca) ist ein sehr kleiner, maximal 30mm großer Frosch, der endemisch (also nur dort vorkommend) auf Madagaskar lebt. Fast alle Goldfröschchen haben eine orangene Farbe und aufgrund dieser sehr ungewöhnlichen Färbung hat das Goldfröschchen auch seinen Namen erhalten. Da es nur auf Madgaskar endemisch ist, hat es auch große Probleme mit dem Klimawandel und der Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes zurecht zu kommen. Sein Bedrohungsstatus ist daher auf der Roten Liste der IUCN als 'akut vom Aussterben bedroht' angegeben.
Haltung und Besonderheiten:
Wie alle Buntfrösche ist das Goldfröschchen nur sehr selten im Handel zu erwerben. Aufgrund der Bedrohung und dem Verbot der madagessischen Regierung, Buntfrösche auszuführen, kann man es nur als Nachzucht erhalten. Das Preisniveau für einen Frosch beträgt zwischen 35 und 65 Euro. In seinem natürlichen Habitat bevorzugt das Goldfröschchen den Bergregenwald. Auf Madagaskar kommt es nur in einem 10km² großen Areal vor. Hier lebt es in der streuigen oder auch sumpfigen Bodenschicht. Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung mag mantella aurantiaca nicht. Daher ist es bei seinen Temperaturansprüchen auch sehr – untypisch für einen Frosch – wechselnd.
Im Terrarium ist es mit 20 – 25 °C zufrieden. Nachts fällt die Temperatur in seinem natürlichen Lebensraum au 18°C, im Südwinter sogar auf 10°C ab. Im Terrarium sollte man den Tieren jedoch bis auf eine kurze Abkühlphase im Winter gleich bleibende Temperaturen bieten. Das Terrarium sollte ein Regenwaldterrarium sein. Ein kleines Wassergefäß bzw. ein kleiner Tümpel werden gerne angenommen. Um ein Umkippen des Wassers zu verhindern sollte man es alle 2 Tage wechseln. Das Terrarium sollte die gesetzlichen Mindestmaße von 40x30x30 nicht unterschreiten. Da es sich um eine sehr kleine Art handelt und man sie verhältnismäßig gut pflegen kann, ist das Goldfröschchen sehr beliebt und wohl der häufigste gehaltene Mantella. Mantella aurantiaca kann man zu zweit, aber auch in Gruppen halten.
Natürlicherweise leben die Tiere in der Nähe von Sümpfen, was auf eine hohe Luftfeuchte schließen lässt. Am Tag sollten daher schon 80 – 100 % herrschen, was durch Beregnung oder auch durch manuelles Sprühen (2x am Tag) erreicht werden kann. Pflanzen, die sich gut eignen sind Bromelien, teilweise auch Orchideen (wenn nicht zu feucht stehend) sowie andere, für Regenwaldterrarien geeignete Pflanzen. Moos wird gerne angenommen, auch wenn dieses im natürlichen Habitat nicht vorkommt. Das Goldfröschchen ist ein ausgewogener Bodenbewohner, der sehr selten klettert. Daher wird auch eine häufige Vergesellschaftung (in ausreichend großen Becken) mit Phelsumen oder anderen, Kronenbewohnenden Mantellen oder Geckos für möglich empfunden.
Futter:
Mantella ernähren sich ähnlich wie Dendrobaten von Springschwänzen, Heimchen, Asseln, Fruchtfliegen. Eine laufende Fruchtfliegenzucht ist Voraussetzung für das Halten der Tiere, um deren Futterbedarf (alle 2 Tage füttern) zu decken. Mantella auranciata gilt als eifriger und gieriger Fresser.
Sonstiges:
Wie auch die Dendrobaten (Pfeilgiftfrösche) haben Mantella ein Hautgift. Es verliert sich wie bei diesen nach und nach, wenn die natürliche Nahrung (besondere Ameisen und Termiten) nicht zur Verfügung stehen. Das Gift wirkt in den Atemwegen ätzend. Jungfrösche haben keinerlei Gift.
Zucht:
Die Zucht von Goldfröschchen ist sehr heikel. Einerseits ist Nachkommenschaft sehr erwünscht, andererseits ist deren Aufzucht schwerer als die Haltung der Tiere selbst. Weibchen und Männchen unterscheidet Größe und Bau. Weibchen sind hierbei größer und fülliger. Die Männchen äußern zur Paarungszeit zwischen November und Januar unregelmäßige Serien kurzer Klicklaute. Die Weibchen setzen in feuchten Bodenverstecken zwischen Falllaub haselnussgroße, schaumige Gelege aus etwa 20 bis 80 weißlichen Eiern ab. Die nach etwa zwei Wochen Embryonalentwicklung schlüpfenden Kaulquappen werden durch starken Regen in naheliegende Gewässer gespült bzw. wachsen in sich aus den Niederschlägen bildenden Tümpeln heran. Die Metamorphose zu 9 bis 11 mm großen Jungfröschen erfolgt nach etwa 2 Monaten. Die Jungtiere sind anfangs dunkelbraun mit schwarzer Rautenzeichnung und färben sich etwa nach 8 Wochen um. Der Regen müsste also dann auch durch eine Beregnungsanlage oder durch vorsichtiges Sprühen nachempfunden werden. Die Geschlechtsreife erreichen sie nach etwa einem Jahr. Lange Zeit herrschte auch die geläufige Meinung, das die Gelege sehr lichtempfindlich seien. Dem ist nicht so. Die Gelege können auch in einem Aquarium aufgezogen werden, um sie besser zu kontrollieren.