Mehlwurm (Tenebrio molitor)
Aus Reptilien-Infos
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung:
Der Mehlwurm ist die Larve des Mehlkäfers und eines der bekanntesten Futtertiere in der Terraristik. Aber nicht nur zur Fütterung von diversen Reptilien, Vögeln und sogar Nagern ist dieser Wurm geeignet, auch von Angler wird er gerne als Köder verwendet.
Mehlkäfer gehören zu der Familie der Schwarzkäfer, sind weltweit verbreitet und sind unter den vorratsschädlichen Insekten die größte Art.
Mehlwürmer schlüpfen mit einer Größe von ca. 2 Millimetern und können nach mehreren Häutungen eine Länge von etwa 40 Millimetern erreichen.
Optische Merkmale:
Mehlwürmer sind hell bis mittelbraun gefärbt und weisen dunklerer Quersteifen auf dem gesamten Körper auf. Kurz nach der Häutung sind sie milchig weiß und man kann am Schwanzende eine dunkle Schattierung erkennen, da die Haut an dieser Stelle die Organe durchscheinen lässt.
Die Puppen sind eierschalenfarbig bis hellbeige gefärbt. Der Kopf ist in der Regel etwas dunkler als der restliche Körper. Über den Rücken verlaufen wie auch bei der Larve Querstreifen in einem dunkleren Farbakzent. An den Flanken der Puppen kann man zackenartige Auswüchse sehen und sogar ertasten. Am Brustkorb erkennt man bereits die späteren Gliedmaßen die zum Teil rötlich umrandet sind.
Die ausgewachsenen Käfer werden zwischen 10 und 18 Millimeter groß und sind nach dem Abstreifen der Puppenhaut (Exuvie) wie die Puppen eierschalen bis hellbeige gefärbt. Nur der Kopf und die Gliedmaßen haben eine rostrote Farbe. Nach kurzer Zeit sind die Jungkäfer rotbraun bis braun gefärbt und färben sich später in eine dunkelbraune bis tiefschwarze Farbe um. Die Deckflügel weisen Längsrillen auf.
Lebensräume:
Mehlkäfer und deren Larven bewohnen in freier Natur Mulm, verrottendes Holz und Vogelnester. In der Nähe des Menschen halten sie sich bevorzugt an dunklen und warmen Stellen auf und befallen sehr oft Getreidevorräte.
Lebenserwartung:
Die Entwicklung vom Ei bis zum ausgewachsenen Käfer kann durchaus einen Zeitraum von einem bis sogar zwei Jahren in Anspruch nehmen. Die männlichen Tiere können 4 bis 6 Wochen, weibliche Tiere sogar bis zu 4 Monate alt werden.
Haltungsbericht:
Erfahrungsgemäß fühlen sich die Käfer als auch die Larven in grober Komposterde sehr wohl. Ein Becken mit Deckel ist für die Tiere nicht nötig, da sie nicht in der Lage sind, sich an glatten Oberflächen hinaufzubewegen. Es ist ratsam die Tiere in den jeweiligen Entwicklungsstufen voneinander zu trennen. Somit behält man den Überblick über Menge der Tiere sowie über Kadaver die es immer wieder geben kann und auch entfernt werden müssen, da sonst das Behältnis schnell zu stinken anfängt. Die Tiere sind nachtaktiv, daher sind Spots und dergleichen völlig überflüssig. Auch wenn Mehlkäfer und deren Larven eine hohe Temperatur gut vertragen, benötigt man dennoch keine Wärmequelle, da sie mit der Zimmertemperatur sehr gut zurecht kommen. Mehlkäfer und Puppen können sogar eine kurze Frostperiode überstehen. Nur bei den Mehlwürmern ist darauf zu achten, das die Temperatur nicht zu sehr abfällt, da sie bereits bei 5°C absterben. Auf Luftfeuchtigkeit muss bei den Käfern und bei den Larven nicht zwingen geachtet werden, da Trockenperioden sehr gut überstanden werden. Dennoch ist es ratsam das Becken ein Mal die Woche gut zu besprühen. Bei den Puppen sogar öfter, weil diese sonst austrocknen können. Für die Größe des Beckens gibt es keine Richtlinie. Es empfiehlt sich dennoch ein Behälter für die Mehlwürmer in der Größe von ca. 20cm Durchmesser und 10cm Tiefe (sehr große Fruchtgummi-Dose) zu wählen. Für die ausgewachsenen Käfer eignet sich ein ausgedientes Aquarium von ca. 60Liter Fassungsvermögen. Am anspruchslosesten sind die Puppen, die man bedenkenlos in eine gut ausgespülte Hackfleischverpackung bis zur nächsten Entwicklung umsiedeln kann.
Die Behältnisse sollten ca. 4 Mal im Jahr gründlich gereinigt und die Erde komplett erneuert werden. Diese Aktion nimmt sehr viel Zeit in Anspruch da die Tiere aus der alten Erde entfernt werden müssen um sie dann ins saubere Heim zu setzen.
Die Einrichtung des Käferbeckens ist dem Halter überlassen, dennoch sollten Versteckmöglichkeiten angeboten werden.
Ernährung:
Mehlkäfer und Mehlwürmer fressen fast alles und sind kannibalisch veranlagt. Eine ausgewogene Ernährung erreicht man, wenn man ihnen stärkehaltige Produkte wie Weißbrot, Zwieback oder Getreide in Form von Haferflocken und dergleichen anbietet. Aber auch Grünfutter wie Apfelschale, Gras und Salat sollte angeboten werden und wird gerne angenommen. Feuchtigkeit nehmen die Tiere aus der pflanzlichen Kost auf. Nur in sehr heißen Monaten sollte man Wassergel ins Becken geben um ein Verdursten zu vermeiden.
Verhalten:
Mehlwürmer sind ruhige Zeitgenossen. Sie bewegen sich sehr langsam und auch nur dann, wenn es nötig ist. Dennoch können sie sehr schnell werden wenn sie sich bedroht fühlen. Puppen sind nur scheinbar steif, denn sie zucken gelegentlich und bei Berührung bewegen sie sich sogar schneller. Ausgewachsene Mehlkäfer sind quirlige Zeitgenossen die den ganzen Tag damit verbringen im Becken umherzuwandern, zu fressen und sich bei jeder Gelegenheit zu Paaren.