Paroedura Picta 2

Aus Reptilien-Infos

Paroedura Picta (Madagassischer Großkopfgecko)
Paroedura Picta
Verbreitungsgebiet Süden und Süd-Westen Madagaskars
Größe: Männchen: bis 17 cm

Weibchen: bis 13 cm

Alter Ø: 6-8 Jahre

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Paroedura Picta hat eine relativ glatte Beschuppung – wobei der Schwanz gröber beschuppt ist. Die dunklen Augen werden von einem braunen und weißen Streifen umspielt. Die senkrechte Pupille zeigt an, dass diese Art dämmerungs- und nachtaktiv ist. Die Bauchseite ist weiß bzw. hellbeige gefärbt. Durch Mutationen sind bei manchen Tieren helle Dorsalstriche entstanden, meine Tiere haben einen Dorsalstreifen, es gibt auch Tiere mit 3 Streifen (vgl. Schönecker, 2006). Des weiteren wird der Rücken mit sichelförmigen, breiten braunen Bändern gezeichnet was sich am Schwanz fortsetzt. Alle Zeichnungselemente sind durch schwarze Linien abgegrenzt. Des weiteren ist dieser Gecko ein Bodenbewohner und besitzt nur verkümmerte Haftpolster. Wobei es auch Tiere gibt, die trotzdem in Maßen an relativ glatten Oberflächen hinaufklettern können.

Paroedura Picta

Farbformen

Mir sind bisher der Wildtyp mit und ohne Dorsalstrich sowie xantische Tiere (erhöhter Gelbanteil) bekannt.

Beschreibung

Die Kleinen sind recht aktiv, klettern häufig und jagen viel. Außerdem sind sie sehr produktiv, nach der Eiablage kommt es schon bald zu einer erneuten Paarung. Doch dazu unten mehr beim Thema „Zucht“.

Geschlechtsunterschiede

Bei halbwüchsigen und erwachsenen Tieren lassen sich die Geschlechter durch einen Blick auf den Schwanzansatz der Tiere bestimmen. Bei Männchen sind die Hemipenistaschen deutlich zu sehen, bei Weibchen hingegen sind diese nicht vorhanden. Meist lassen sich die Hemipenistaschen schon von der Seite erkennen. Um sicher zu gehen setzt man das Tier in eine Heimchendose und schaut von unten.

Paroedura Picta Weibchen
Datei:Männchen mango.jpg
Paroedura Picta Männchen

Natürlicher Lebensraum

Madagaskar ist eine große Insel – um genau zu sein die viert größte Insel weltweit - süd-östlich von Afrika gelegen. Hochgebirge welche zum Osten hin steil verlaufen, an der westlichen Küste jedoch allmählich abfallen, durchziehen das Land. Der Lebensraum der Großkopfgeckos ist warm und trocken, denn nur der Norden wird von starken Niederschlägen (durchschnittlich 4000 mm jährlich) heimgesucht. Der jährliche Niederschlag im süd-westlichen Teil der Insel beläuft sich auf durchschnittlich 40 – 400 mm, wobei von Januar bis April Regenzeit ist. In Küstennähe herrscht von November bis März, d.h. in der Sommerzeit, eine Durchschnittstemperatur von 25 – 28°C, im Winter 22 – 25°C. Die maximalen Werte liegen bei über 30°C. Die Großkopfgeckos halten sich in den Wäldern im südlichen Teil der Insel auf, sind aber auch in Hotelanlagen zu beobachten.

Natürlicher Lebensraum
Natürlicher Lebensraum


Infos zum Klima kann ein Klimadiagramm der südwestlich gelegenen Stadt Toliara, Madagaskar bieten (siehe Website-Tipps unten). Wer noch mehr über den „sechsten Kontinent“ Madagaskar erfahren möchte, findet detaillierte Informationen im Buch „Madagaskar. Flora, Fauna, Strände, Reiserouten, Naturschutz, Nationalparks“ von Klaus Liebel und Wolfgang Schmidt (Natur- und Tier Verlag).

Terrarium

Terrarium

Größe

  • gesetzl. vorgeschr. Mindestmaß

Das Mindestmaß eines Terrariums in dem ein Reptil gehalten werden sollen, ergibt sich aus der Formel L x B x H = (4*KRL) + (3*KRL) + (2*KRL) Für Paroedura Picta gilt daher für ein Tier folgende Berechnung:

L x B x H = (4*8 cm) x (3*8 cm) x (2*8 cm) L x B x H = 32 cm x 24 cm x 16 cm

Diese Maße sind jedoch äußerst kritisch zu betrachten. Ein Mensch mit einer Körpergröße von 170 cm, wird sich wohl kaum in einem Lebensraum von 680 cm x 510 cm x 340 cm frei entfalten können.

  • empfohlene Größe

Patrick Schönecker empfiehlt eine Terrariengröße von 50 cm x 30 cm x 30 cm für eine Gruppe von einem Männchen und zwei Weibchen (Schönecker 2006, S.30). Ich persönlich empfehle die Haltung einer solchen Gruppe in einem 80 cm x 50 cm x 50 cm – Terrarium, da die Tiere doch recht aktiv sind und auch gerne mal klettern.

Einrichtung

Für diese Art muss entsprechend der Herkunft ein Wüstenterrarium eingerichtet werden.

Bodengrund

Es wird häufig dazu geraten losen Sand bzw. ein Sand-Lehm-Gemisch als Bodengrund für die Großköpfe einzusetzen. Doch diverse Erfahrungen verschiedener Halter zeigen, dass es doch häufiger zu Sandansammlungen im Magen der Tiere kommt (z.B. OlliH, 2008). Ich probiere derzeit die Haltung der Tiere auf einem Sand - Lehm – Spaghnummoos – Gemisch aus. Doch ersten Beobachtungen entnehme ich, dass beim Futterfang Teile vom Moos ins Maul geraten, sodass ich demnächst zur Haltung auf einem Sand – Erde – Gemisch (ungedüngte Erde!) übergehen werde. Dies würde außerdem der teilweise wäldlichen Gegend Süd-Madagaskars nahe kommen und verlief bisher bei anderen Haltern problemlos. Weitere Einrichtung bilden Verstecke, Pflanzen, Wasserschale und eine Schale mit zerstoßener Sepiaschale. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, ein Sauberhalten der Schale versteht sich von selbst.

Verstecke

Ich habe gelesen und konnte dies auch beobachten, dass Paroedura Picta flache Verstecke bevorzugen. Es empfiehlt sich also, die Rückwand so zu gestalten dass Felsspalten imitiert werden. Vorsprünge zwischen denen nur ein Zentimeter Platz ist sind optimal.

Bepflanzung

Für ein tolles Mikroklima können echte Pflanzen sorgen (z.B. Tillandsien oder Sukkulenten), es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich die Tiere an den Pflanzen weder verletzen noch vergiften können. Echte Pflanzen können einfach mit dem Topf in den Bodengrund gesetzt werden. Möchte man keine echten Pflanzen einsetzen so kann die Vielfalt der Kunstpflanzen Abhilfe schaffen.

Klettermöglichkeiten

Des weiteren sollten den Tieren Klettermöglichkeiten geboten werden. Große Äste, selbst gesammelt oder gekauft, werden von den Tieren häufiger genutzt und sind außerdem ein optischer Blickfang. Wenn die Äste gesammelt sind, sollte man diese gründlich reinigen und evtl. desinfizieren.

Wet Box

Um Häutungsschwierigkeiten vorzubeugen empfiehlt sich der Einsatz einer so genannten „Wet-Box“. Dafür schneidet man einfach in die Wand einer Plastikdose ein Loch, wo die Tiere durchpassen und befüllt den Boden z.B. mit Spaghnummoos. Das Moos sollte feucht, aber nicht nass sein.

Klima (Sommer/Winter)

  • Temperatur

Den Tieren müssen im Terrarium Temperaturzonen geboten werden, es sollten am Tage Werte von 22° - 28°C sowie eine lokale Temperatur von maximal 35°C herrschen. Patrick Schönecker empfiehlt Temperaturen von 25 – 28°C, jedoch konnte ich beobachten, dass sich die Tiere tagsüber eher in der 22°C – Zone aufhalten und somit behielt ich diese Temperatureinteilung bei. Nachts sind Temperaturen von 18 – 22°C nötig. Generell sollte die Beleuchtung für 13 Stunden eingeschaltet sein. Um außerdem den natürlichen jahreszeitlichen Veränderungen gerecht zu werden, kann man unseren Winter für eine Ruhephase der Tiere nutzen. Beginnt bei uns der Herbst, kann die Beleuchtungsdauer im Terrarium ebenso nach und nach auf 9 Stunden reduziert werden und in den Monaten Januar und Februar vollkommen ausgeschaltet werden. Diese Ruhephase dient der Erholung der Tiere – vor allem der Weibchen. Eine Winterruhe halten die Tiere nicht.

  • Luftfeuchtigkeit

Eine Luftfeuchte von 40 – 60% entspricht den Bedürfnissen der Tiere. Es ist ausreichend, wenn ein bis zweimal pro Woche gesprüht wird. Nachts, mit dem Ausschalten der Beleuchtung, steigt die Feuchtigkeit auf 60 – 80% an. Ich persönlich empfehle häufiger zu sprühen, wenn die Tiere sich häuten. Der triefend nasse Zustand sollte jedoch nicht eintreten.

Technik

Um die Temperaturzonen zu ermöglichen ist ein Wärmespotstrahler nötig. Schönecker empfiehlt Heizmatten für Paroedura Picta, jedoch ist dies eher unnatürlich, da die Tiere Licht mit Wärme verbinden. Für mein 80x50x50 großes Terrarium verwende ich einen Spot mit einer Leistung von 25 Watt. Doch dies soll nur zur Orientierung dienen, denn die Temperaturen im Terrarium sind natürlich sehr von den Raumtemperaturen des Standortes abhängig. Optional kann zusätzlich eine Leuchtstoffröhre installiert werden, diese muss keinen UV-Anteil haben, ein kleiner UV-Anteil schadet natürlich nicht. Ich habe bei meinen Tieren sowohl Leuchtstoffröhren mit als auch ohne UV-Anteil im Einsatz und kann keine Unterschiede im Verhalten feststellen.

Futter

Nahrung

Bei ausgewachsenen Tieren bieten sich Futterinsekten mittlerer Größe an. Jungtiere werden mit entsprechend kleineren Grillen gefüttert. Hauptfutter bilden Grillen wie Heimchen (Acheta domesticus) oder Steppengrillen (Gryllus assimilis) sowie verschiedene Heuschrecken. Als kleine Leckerlis können ab und zu (alle paar Wochen) fettreiche Larven wie z.B. Zophobas (Larven des großen Schwarzkäfers), Wachsmottenlarven oder Mehlwürmer (Larven des Mehlkäfers) gegeben werden. Tipp vom Tierarzt: Gerade bei kleinen Tieren und Jungtieren ist es wichtig, äußerst selten Mehlwürmer oder ähnliches zu verfüttern und wenn dann nur ein kleines Exemplar. Dieser Fettüberschuss kann zu einem Leberversagen bei den Tieren führen. Als Faustregel gilt, dass die Länge des Futterinsektes (ausgenommen Leckerlis) die Breite des Kopfes nicht überschreiten sollte, da dies sowohl zu einem Magen/Darmdurchbruch führen kann oder zu Schluckbeschwerden bei gierigen Tieren.

Sublimentierung

Grundsätzlich sollte man die gekauften Futtertiere nicht gleich verfüttern sondern sie erst vitaminreich ernähren und somit aufwerten. Doch dies reicht zur Vitamin- und Calciumversorgung von Reptilien nicht aus. Da die Futterinsekten im Verhältnis zum Calcium häufig zu phosphorhaltig sind, sollten sie vor dem Verfüttern mit einem Calcium und Vitaminpräparat bestäubt werden. Die Wahl des Präparates führt zu vielen Diskussionen, es ist daher wichtig sich ein eigenes Bild zu machen. Generell kommt es auf das Mischungsverhältnis der Vitamine im Präparat an. Bekannte und häufig empfohlene Produkte sind jene der Marke Herpetal, Nekton, Drago-Vit oder das Präparat Korvimin ZVT + Reptil.

Fütterung

Die Futterinsekten können nach dem Ausschalten der Beleuchtung ins Terrarium gegeben werden oder via Pinzette verfüttert. Die erste Methode hält die Tiere fit, da sie jagen müssen. Das Füttern mit der Pinzette gibt Sicherheit in Hinblick auf die ausreichende Nahrungsversorgung jedes einzelnen Tieres. Ein Kombination beider Methoden ist meiner Meinung nach optimal.

Gesetzliche Bestimmungen

Paroedura Picta unterliegt keinen gesetzlichen Bestimmungen.

Tipps und Tricks

Abhilfe bei Häutungsproblemen

Als ich meine Pictas bekam, waren sie zarte 3 – 5 Monate alt und 4 – 7 cm groß. Bei meinem kleinsten Tier, ein Weibchen, zeigten sich trotz optimaler Haltungsparameter Häutungsschwierigkeiten auch wuchs sie langsamer als das größere Weibchen und wirkte stets eher unruhig. Auf einen Tipp hin setzte ich die Kleine in ein extra Becken, da eine Unterdrückung des größeren Weibchens nicht auszuschließen war. Seit dem sie einzeln sitzt entwickelt sie sich prächtig und auch die Häutung funktioniert mit jedem Mal besser. Doch da am Kopf, an den Zehen und an der Schwanzspitze Haut übrig blieb musste ich dem Weibchen häufiger helfen, daher hier kurz einige persönliche Tipps:

  • nach ca. 1 – 2 Wochen erfolgloser Häutung beim Tier sollte eingegriffen werden, um ein Absterben der Gliedmaßen zu verhindern
  • jedes Rausnehmen des Tieres bedeutet Stress, die Hilfe bei der Häutung sollte daher nicht allzu lange dauern und bei Bedarf etappenweise erfolgen
  • vor der Prozedur ist es ratsam, das betroffene Tier für 1 – 2 Stunden in eine saubere, mit feuchtem aber warmen Zewapapier ausgelegte Heimchendose zu setzen, sodass die Haut ein wenig aufweichen kann
  • mit Hilfe eines Ohrstäbchen, welches an einem Ende nass ist wird nun über die betroffene Haut gestrichen (bei der Schwanzspitze z.B. Richtung Schwanzende), dabei das Ende immer wieder in Wasser tunken
  • das Tier wird dabei entweder still sitzen oder wegrennen, ich setzte meine Kleine immer in meinen Schoß und ließ sie dort rumlaufen
  • meist ist die Haut zum Teil schon abgerollt, nach gutem Durchweichen der Haut kann man nun ganz vorsichtig ein Ende ergreifen und daran vorsichtig ziehen
  • diese Prozedur erfordert Geduld und Feinfühligkeit!
  • Wenn das Tier stiller wird kann es sein, dass es zu sehr gestresst ist und kurz davor ist sich tot zu stellen. Spätestens an diesem Punkt sollte das Tier zurückgesetzt und vollkommen in Ruhe gelassen werden

Trotz allem sollte die Haltung und Supplementierung bei solchen Schwierigkeiten penibel überprüft werden und bei anhaltenden Problemen der Tierarzt und/oder erfahrene Züchter kontaktiert werden. Die Tiere können nach diesem Stress für einige Tage oder gar Wochen eher scheu und zurückhaltend sein.


Zucht

Fortpflanzung

Im Alter von 10 – 12 Monaten, teilweise auch schon früher (ab dem 6. Monat), erreichen Paroedura Picta die Geschlechtsreife. Zeitgleich haben die Tiere einen Wachstumsschub, sodass eine Verpaarung in diesem Alter die Gefahr rachitischer Erscheinungen birgt. Denn die Weibchen müssten sowohl ihren Körper als auch die heranreifenden Eier mit Calcium versorgen. Daher sollte man die Männchen erst zu den Weibchen setzen, wenn diese mindestens ein Jahr alt sind. Außerdem ist diese Art – wie bereits erwähnt – sehr produktiv. Nach Ablage der Eier kommt es alsbald zur nächsten Verpaarung. Das Besondere ist außerdem, dass die Weibchen in speziellen Taschen (Receptacula seminis) Spermien des Männchens bis zu einem halben Jahr speichern können, was zu erneuter Trächtigkeit ohne einer weiteren Verpaarung führen kann. Paroedura Picta kann 15 – 20 Doppelgelege pro Jahr ablegen. An dieser Stelle sei noch mal drauf hingewiesen, dass es für die Weibchen lebensnotwendig ist zwischendurch die oben erwähnte Ruhephase zu haben. Wegen dem ständigen Nachwuchs halten viele Züchter das Männchen extra und setzen es nur zeitweise zu den Weibchen. Dadurch wird Mangelerscheinungen vorgebeugt und das Leben der Weibchen nicht unnötig verkürzt.

Verpaarungsakt

Die Verpaarung schließlich erfolgt wie bei vielen Arten in der Form, dass sich das Männchen im Nacken des Weibchen fest beißt und schließlich den Hemnipenis einführt. Dies ist dadurch möglich, dass das Weibchen ihren Schwanz hebt. Nach einer Befruchtung reinigt das Männchen seinen Hemnipenis gründlich.

Eiablage o.ä.

14 Tage bis 4 Wochen nach der Befruchtung legt das Weibchen die Eier ab. Das zweite Ei wird spätestens 24 Stunden später abgelegt. Die Zeitspanne zwischen Befruchtung und Eiablage ist durch äußere Umstände wie z.B. Temperatur im Terrarium oder Staunässe beeinflusst. Auch hier sei wieder darauf hingewiesen, dass optimale Haltungsparameter sehr wichtig sind, denn sonst kann es zur Legenot führen. In der Endphase der Trächtigkeit kann man die Eier durch deutliche Abzeichnungen am Bauch oder im Bauch (beim Durchleuchten) erkennen. Die Gelege sind hartschalig, oval und weiß. Die Ablage erfolgt in trockenem oder nur mäßig feuchtem Sand-Gemisch.

Inkubation/Zeitigung

Bei einer gleichmäßigen Temperatur von 30°C schlüpfen die Jungtiere nach 40 Tagen, sind dann aber relativ klein (4,5cm). Bei einer Temperatur von 24°C kann der Schlupf erst nach 90 Tagen erfolgen. Optimal sind 26 – 28 °C Inkubationstemperatur, 70 – 80% Luftfeuchtigkeit und ein trockener Untergrund. Bei diesen Werten schlüpfen die Jungtiere nach 50 bis 60 Tagen. Diese Werte zeigen, dass sich auch unentdeckte Eier problemlos entwickeln und ein Schlupf im Terrarium kein Problem ist. Das Jungtier mit einer Größe von 55mm ist jedoch leichte Beute für die Eltern, daher sollte man möglichst alle Eier inkubieren oder das geschlüpfte Jungtier schnell extra setzen (vgl. Schönecker 2006, S.21 und S.51). Vermutet man abgelegte Eier

Inkubator

Im Internet finden sich viele Anleitungen zum Bau eines Inkubators, auch kann man jene käuflich erwerben. Wichtig ist, dass eine Feuchtigkeitsquelle vorhanden ist, die Eier aber trocken liegen. Als Bodensubstrat ist trockener Sand geeignet. Von Vermiculit rate ich ab, da dieses die Tiere vergiftet, wenn es dazu kommen sollte, dass sie etwas davon aufnehmen! Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Eier einfach ausbrüten lassen.

Aufzucht der Jungtiere

Schon wenige Stunden nach dem Schlupf der Jungtiere kann man die erste Häutung beobachten. Erst nachdem alle Haut abgestreift wurde, sollte man die Jungtiere in kleine Aufzuchtterrarien setzen. Das besondere bei Paroedura Picta ist, dass die frisch geschlüpften Jungtiere noch über funktionstüchtige Haftlamellen verfügen, eine Abdeckung des Aufzuchtbehälters ist also unerlässlich.

Jungtier

Größe des Aufzuchtbeckens

Schönecker empfiehlt für die Aufzucht von maximal 6 Jungtieren Faunaboxen oder sonstige belüftete Behälter der Größe 30 x 20 x 20 cm (Schönecker 2006, S. 54). Kommt es zu Rangeleien, sollten die Jungtiere getrennt werden.

Einrichtung des Aufzuchtbeckens

Schönecker empfiehlt als Bodengrund eine dünne Schicht Sand (Schönecker 2006, S. 55). Dem stehe ich wiederum kritisch gegenüber wegen besagter Gefahr der Sandaufnahme. Leider konnte ich bisher noch keine eigenen Zuchterfahrungen sammeln, würde aber zu einem Sand-Lehm-Gemisch für die Jungtiere tendieren. Für jedes Tier sollte ein Versteck vorhanden sein. Hierfür bieten sich umgedrehte Blumenuntersetzer, Klopapierrollen oder ähnliches an. Jene können entweder schnell gereinigt oder auch ausgetauscht werden, sollte dies nötig sein. Wichtig ist – wie auch im Terrarium - das alles soweit abgesichert ist, dass nichts auf die Tiere fallen kann. Weiterhin dienen Korkrindenstücke und dünne Äste als Einrichtung (vgl. Schönecker 2006, S. 54ff.) Natürlich sollten eine Wasserschale und zerstoßene Sepiaschale nicht fehlen.

Temperatur und Luftfeuchte

Die Parameter ähneln denen der Elterntiere, wobei die Minimal- und Maximalwerte vermieden werden sollten. D.h. die Optimalwerte liegen bei 25 – 28°C und gesprüht werden sollte alle 2 – 3 Tage (vgl. Schönecker 2006, S. 55).

Fütterung

Vorerst ernähren sich die Kleinen von ihrem Dotter. Nach ein paar Tagen jagen sie kleine Futterinsekten welche 3 – 4 mal in der Woche hinein gegeben werden sollten. Natürlich gilt auch hier, dass auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien geachtet werden muss.

persönliche Erfahrungen

Bisher konnte ich keine befriedigenden Informationen zu besonderem Verhalten der Tiere (z.B. Kampfhaltung o.ä.) finden und habe mir daher vorgenommen eigene Beobachtungen festzuhalten um Anfängern Unsicherheiten zu nehmen.

Jagd und Fressverhalten

Ich konnte Beobachten, dass ein Insekt, welches sich vor dem Gecko aufhält und sich bewegt zunächst fixiert wird. Zwei meiner Tiere richten sich dann durch Verlagerung ihres Körpergewichtes nach hinten auf und neigen den Kopf nach vorn. Verharrt das Insekt an relativ selber Stelle wird nach kurzem Beobachten zugepackt. Läuft es davon, pirschen sich die Tiere hinterher und schnappen dann zu. Das Insekt verschwindet nach und nach im Verdauungstrakt des Geckos, wobei dieser schließlich eine schlängelartige Bewegung macht und sich anschließend noch das Maul leckt.

Rumliegen und Sonnen

Ich war häufiger beunruhigt, als ich in den ersten Wochen ins Terrarium sah. Es ist unglaublich, wie gelenkig die Tiere sind und wie komisch sie manchmal da liegen. Dies ist kein Grund zur Sorge. Auch machen sie manchmal eine Art Katzenbuckel um sich zu sonnen, auch das ist normal.

Quellenangaben

Um noch mehr Informationen rund ums Terrarium, über Paroedura Picta und über Futtertiere zu erhalten, empfehle ich folgende Bücher:

  • Patrick Schönecker – Madagassische Großkopfgeckos, NTV 2006 (ISBN 3-937285-75-X)
  • Jens Rauh – Grundlagen der Reptilienhaltung, NTV 2000 (ISBN 3931587290)
  • Frank Bruse, Michael Meyer, Wolfgang Schmidt – Futtertiere, Chimaira 2003 (ISBN 3930612658)

und folgende Websites:

Anleitungen zum Inkubatorbau:

Klimadiagramm Toliara:


Quellen:

  • Bruse, Frank; Meyer Michael; Schmidt, Wolfgang (2003). Futtertiere. Frankfurt a. M. : Chimaira
  • Schönecker, Patrick (2006). Madagassische Großkopfgeckos. Paroedura Bastardi, P. Picta und P. Stumpffi. Münster: Natur und Tier – Verlag GmbH
  • OlliH (2008). Sand im Magen – Sand muss aus dem Terrarium!. Online im Internet: URL: http://geckoz.de/showthread.php?t=5218&highlight=Sand+Magen [Stand 18 - 02 - 2008]

Einige Bilder sind Eigentum von René Schumacher. Unter freundlicher Genehmigung seinerseits dürfen diese Fotos für diesen Haltungsbericht verwendet werden. Weitere tolle Fotos sind unter URL: http://www.reneschumacher.com zu finden.

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