Ratten

Aus Reptilien-Infos

Rattus norvegicus (Norwegische Wanderratte (auch Farbratte))
Weiß.jpg
Verbreitungsgebiet
Größe: Männchen:

Weibchen:

Alter Ø:

Inhaltsverzeichnis

Equipment/Ausstattung

Die Rattenzucht ist i.d.R. einfach und unkompliziert! Man nimmt einen geräumigen Käfig (80x30x40 etc) mit Einstreu, einen Futternapf, eine Trinkschale und natürlich eine Unterkunft, wie Häuschen oder Höhle! Meine Futtertierzucht habe ich im Keller des Hauses, daher ist die Temperatur optimal, weil sich nebenan der Heizraum befindet. Im Sommer können die Tiere auch rausgestellt werden, im Winter öffne ich die Heizraumtür für eine Stunde, damit es nachts nicht zu kalt wird. Zu warm darf es vor allem im Sommer nicht sein, da die Tiere das nicht gut verkraften!


Besetzung

Für die Käfigbesetzung habe ich 1.1 weiße Laborratten (Sprague Dawley) gewählt! Natürlich muss sich das Pärchen auch vertragen, gibt aber meist keine Probleme! Hält man in einem Raum mehrere Käfige mit Ratten, so entsteht eine "Familie" auch wenn sie sich nicht gegenseitig sehen. Die Tiere erkennen sich am Geruch, so konnte ich schon beliebig Tiere umsetzen, ohne das es Streitigkeiten kam!

Man kann in einem größeren Käfig auch mehrere Tier zusammen halten, etwa 1.2 oder 2.4! Aber mehr Tiere bedeutet mehr Futter in den Käfig, mehr Verstecke und es entsteht natürlich auch mehr Kot und Schmutz, daher muss der Käfig dementsprechend früher gereinigt werden!



Futter

In der Natur sind Ratten Nahrungsgeneralisten, das heisst sie haben mehrere Nahrungsquellen und sind nicht auf wenige angewiesen! Ob nun diverse Körner, Pflanzen, Früchte oder Obst sowie auch eiweisshaltige Nahrung wie etwa Regenwürmer, Maden bis hin zu kleinen Säugetieren wie Mäusen! Auch Aas verschmähen sie nicht!

Füttern tue ich neben normalen Körnerfutter auch diverses Obst und Gemüse, gekochte Nudeln und gekochtes Ei (später mehr dazu), Brot oder Toast (ungetoastet)! Bitte kein Kohl, Bohnen, Zwiebel oder Kräuter geben, das führt zu Blähungen. Auch von Fleisch ist abzuraten...


Aufgaben

Die tägliche Arbeit besteht darin zu sorgen das der Futternapf immer mit dem Hauptfutter (Körnergranulat) gefüllt ist und natürlich die Wassertränke voll ist! Abends oder einmal am Tag bekommen sie entweder etwas Salat, Apfel, Banane etc. Je nach Verschmutzung muss der Käfig samt Bodengrund gereinigt werden!


Zucht

Eine Ratte kann mehrmals im Jahr werfen. Der Turnus ist alle 3-5 Wochen. Pro Wurf können 10-15 Junge geboren werden. Wobei der erste Wurf auch kleinere Stückzahlen bringen kann, wie etwa nur 4-6 Junge! Stimmen die Umstände nicht, z.Bsp. Stress, Gehege, Futtermangel, zu viel äussere Störungen durch den Menschen etc wird die Brut nicht angenommen, teilweise sogar aufgefressen!

Hat das Männchen das Weibchen gedeckt so dauert es ca 3 Wochen bis sie wirft. Wichtig ist jetzt das vor allem das Weibchen einen erhöhten Eiweißbedarf hat. Daher gebe ich ihr 2x pro Woche zwei Scheiben eines gekochten Eies! Alternativ kann man auch Mehlwürmer geben. Würde das Tier kein Eiweiß bekommen könnten die Jungtiere Missbildungen haben bzw es kann zu Fehlgeburten kommen. Zudem braucht die Mutterratte auch Eiweiß weil die Jungen an den Reserven zehren! Für den Nestbau lege ich immer etwas Küchenrolle rein, das zerrupft die Mutter und baut damit ihr Nest. Sind die Jungen nun da kann man vorsichtig nachschauen wie viele es sind. Die Mutterratte säugt die Jungen mehrmals am Tag, bitte dabei nicht stören. Der Rattenbock stört die Mutter und die Brut nicht, er kann also im Käfig bleiben. Wichtig ist weiterhin die Eiweißzugabe da sonst bei Eiweißmangel die Brut gefressen werden kann. Zudem sollte man die Jungen NICHT mit der bloßen Hand anfassen, weil die Mutter sie sonst nicht mehr annimmt und auch fressen wird. Muss man die Jungen doch mal herausnehmen (bei Säuberung) sollte man zuerst die Eltern in getrennte Boxen setzen, dann vorsichtig mit einer sterilen Pinzette oder Handschuh die Jungen zur MUTTER setzen. Dann anschließend eben wieder vorsichtig ins Nest legen und schauen das die Mutter sich wieder um sie kümmert.


Aufzucht

Nach einer Woche bekommen die Jungen ihr Fell, nach 2 Wochen öffnen sie die Augen und beginnen aus dem Nest zu wandern. Jetzt fangen sie an, selber feste Nahrung aufzunehmen, säugen aber dennoch bei der Mutter. Sind sie schließlich soweit das sie vollständig selber Futter aufnehmen sollten die jetzigen Springer von dem Vater entfernt werden. Man lässt sie noch eine Woche bei der Mutter dann können sie getrennt nach Geschlecht aufgezogen werden!


Krankheiten und Parasiten

Ratten können Träger vieler Krankheiten sein! So wurde durch den Rattenfloh z.Bsp im Mittelalter die Pest auf den Menschen übertragen! Zudem können sie auch diverse andere Virusinfektionen durch zu nahen Kontakt auf den Menschen übertragen!

Neben dem Rattenfloh quälen sich Ratten auch mit Milben, Haarlingen oder in der Natur auch Zecken herum! auch können sie Erkältungen bekommen, wie Schnupfen, welche auch entweder von Ratte zu Mensch oder umgekehrt übertragen werden können!


Allgemeines

Ratten sind Gesellschafstiere! Sie treten meisst in großen Gruppen von 30-50 Tieren auf. Tagsüber leben sie im verborgenen unter Hütten, Büschen, der Kanalisation oder in menschlichen Behausungen wie Lagerhallen, Keller usw! Nachts gehen sie auf Nahrungssuche, daher sind sie also Nachtaktiv! Ratten sind in mancher Hinsicht, bezogen auf Lebensmittellagerung, natürlich auch als Schädlinge zu betrachten! Wildtiere sind scheu und bekommt man selten zu Gesicht, es sei denn man sucht sie gezielt! Zudem sind sie, wenn man sie in die Enge treibt, auch recht aggressiv und beissen auch zu!

In Gefangenschaft gehaltene Tiere gewöhnen sich schnell an den Menschen, je nachdem wie sehr und wie nahe man sich mit ihnen beschäftigt! So nehmen manche Menschen ihre Hausratten auch auf der Schulter spazieren! Auch prägen sich Ratten ein, wann ihr Herr ihnen zeitlich immer Futter gibt! Vorsicht vor zu nahem Kontakt, da es bei mangelnder Hygiene schnell zu Krankheitsübertragung kommen kann!

Eine Vergesellschaftung mit anderen Säugetieren sollte man unterlassen! Würde man z.Bsp Mäuse oder Hamster zu Ratten setzen, greifen die Ratten blitzschnell zu und packen die "Beute" und beissen ihnen entweder ruckartig das Genick oder die Kehle durch!

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