Trapelus

Aus Reptilien-Infos

Trapelus savignii (Wüstenagame / Steppenagame)
3 Trapelus savignii (Alter ca. 6-8 Monate)
Verbreitungsgebiet Nordafrika / Ägypten
Größe: Männchen: ~ 20 cm

Weibchen: ~ 20 cm

Alter Ø:

Inhaltsverzeichnis

Problematik / Trapelusarten

Die Problematik der Haltung von Trapelus liegt darin, dass fast nur Wildfänge erhältlich sind und diese oftmals eine Vielzahl an Parasiten aufweisen. Außerdem können die Arten teilweise kaum unterschieden werden und sind falsch ausgeschildert. Es kann also ebenso schnell vorkommen, dass man ohne es zu wissen zwei unterschiedliche Arten im Terrarium hält.

Trapelus savignii werden hauptsächlich unter dem Namen Wüsten- / Steppenagame angeboten, doch darunter sind auch viele andere Echsenarten zu verstehen. Grundsätzlich sind nicht nur die Trivialnamen ein großes Problem, auch die wissenschaftlichen Namen sind zum Teil bunt gemischt. So werden beim Verkauf der Tiere teilweise sogar andere Arten wie Pseudotrapelus sinaitus mit angegeben. Beim Kauf von Trapelus ist daher Vorsicht geboten, insbesondere wenn es sich um Wildfänge in Zoofachgeschäften oder auf Börsen handelt.

Im Handel angeboten werden hauptsächlich die Arten Trapelus savignyi, Trapelus pallidus und Trapelus savignyi, wobei diese Tiere natürlich nicht immer zutreffend bestimmt sind.


Beschreibung

Trapelus haben eine helle Sandfarbe, teilweise gräulich mit dunkleren Querstreifen. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von etwa 20 cm, wobei die Hälfte davon auf den Schwanz entfällt.

Geschlechtsunterschiede

Die Männchen färben ihre Kehlen und Flanken bei Erregung blau, die Weibchen können einen blau-gräulichen Kehlfleck bekommen, bei Trächtigkeit färben sie die Querstreifen auf ihrem Rücken rot, der Schwanz bekommt eine gelbliche Farbe.

Größe

  • Gesetzlich vorgeschriebenes Mindestmaß: 5 x 4 x 4 (KRL)

Beispiel (bei KRL von 10cm): 50 x 40 x 40 cm (Länge x Breite x Höhe).

Da die Tiere recht aktiv sind, ist diese Größe viel zu knapp bemessen, da sie sich nur auf die Körpergröße der Tiere, nicht jedoch auf das Verhalten bezieht. Ein Terrarium mit den Maßen 100 x 60 x 60 cm (L x B x H) ist als absolutes Mindestmaß empfehlenswert. Besser sind Terrarien ab einer Größe von 120 x 60 x 60 cm.

Einrichtung

Das Terrarium wird als Wüsten- bzw. Steppenterrarium ausgestattet, eine Felsrückwand mit vielen Vorsprüngen sollte gestaltet werden, um den Tieren mehr Lauffläche zu bieten. Diverse Äste, Wurzeln, Steine, Sträucher und Pflanzen (z.B. Tillandsien, div. Sukkulenten) dienen als Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Der Untergrund sollte aus einem grabfähigen Substrat, am besten einem Sand-Lehm-Gemisch bestehen und eine Höhe von mind. 10 cm aufweisen. Von der Bepflanzung mit Kakteen oder giftigen Pflanzen ist abzusehen.

Klima (Sommer/Winter)

Die Temperatur sollte tagsüber 22 – 38 °C betragen, auf den Sonnenplätzen können gut und gerne bis zu 50 °C herrschen. In der Nacht sollten die Temperaturen auf 15 °C – 20 °C sinken.

Die Luftfeuchtigkeit sollte etwa bei 30 – 50 % liegen. Beim Sprühen steigt die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig. Bei zu trockener Haltung können Häutungsprobleme auftreten, bei zu feuchter Haltung kann es zu Pilzerkrankungen und Ähnlichem kommen.

Technik

Trapelus sind heliophile Tiere und haben hohe Beleuchtungsansprüche.

Um die nötige Helligkeit gewährleisten zu können, sind unbedingt HQI oder HCI (NDL bzw daylight Brenner) erforderlich. In Kombination mit T5 Röhren kommt man so zum besten Ergebnis.

Um auch den Bedarf an UV-Strahlung abzudecken, sollte man von Röhren und Energiesparlampen absehen - diese sind für die Wüstenbewohner unbrauchbar - und stattdessen auf gute UV-Strahler zurückgreifen. Hierbei hat man insbesondere die Wahl zwischen der Vitalux und der Bright Sun als Ganztagsstrahler. Die Bright Sun hat zusätzlich den Vorteil, dass sie als HQI ebenfalls viel Helligkeit und teilweise auch Wärme mitbringt. Gegebenenfalls kann man sich so den ein oder anderen Spot oder eine HQI sparen.

Der dritte Punkt, auf den geachtet werden muss, ist eine ausreichende Wärme. Es empfiehlt sich, zuerst die Grundbeleuchtung (Helligkeit + UV) zu installieren und dann ggf. dort, wo noch Wärme benötigt wird, mit einfachen Baumarktspots nachzurüsten.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Beleuchtung von Terrarien. Insbesondere bei kleineren Terrarien bewährt sich der Einsatz von CDM-R anstelle von HQI. Diese können in eine kleine Fassung geschraubt werden und werden punktuell sehr hell. Gerade deshalb ist allerdings auch eine gute Ausleuchtung des gesamten Terrariums mithilfe von T5-Röhren erforderlich. Alternativ können natürlich auch HQI-Strahler überhalb des Terrariums angebracht werden.

Futter

Nahrung

Lebendfutter: Alle Arten von Schaben, Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Ofenfischchen, Bohnenkäfer, Wachsmotten, … Grundsätzlich sollte auf eine abwechslungsreiche Fütterung geachtet werden. Besonders beliebt scheinen Ofenfischchen und Grüne Schaben.

Grünfutter: Viele Arten von Wiesenkräutern, z.B. Löwenzahn, Gänseblümchen, Breitwegerich, Himbeerblätter, Klee, Kresse, Luzerne, Romanasalat, Spitzwegerich, … Das Verfüttern von Obst sollte vermieden werden. Siehe auch: http://www.terraon.de/25711-pogona-gr%C3%BCnfutterliste.html

Es ist zusätzlich auf eine ausreichende Supplementierung (z.B. Herpetal, Korvimin) zu achten! Die Tiere müssen weder getränkt, noch gebadet werden! Es ist trotzdem empfehlenswert, eine Schale mit frischem Wasser zur freien Verfügung zu stellen, außerdem sollte mind. 2x wöchentlich gesprüht werden.

Vergesellschaftung

Trapelus sind Einzelgänger, eine Paar- oder Gruppenhaltung (1.x) kann funktionieren, muss aber nicht. Deshalb sollten im Falle des Scheitens ausreichende Ausweichbecken zur Verfügung stehen. Es ist zudem verstärkt auf eine Unterdrückung zu achten.

Einer Vergesellschaftung mit anderen Agamenarten ist abzuraten, da sich Trapelus bereits untereinander teilweise recht territorial verhalten. Es wäre möglich, in ausreichend großen Terrarien einen Versuch zu wagen, ich würde jedoch davon abraten und empfehlen, jede Art einzeln in ihrem Terrarium pflegen.

Gesetzliche Bestimmungen

Trapelus unterliegen keinen besonderen Schutzbedingungen.

Literatur

Literatur speziell zu Trapelus ist kaum zu bekommen, die einzigen Informationsquellen sind einige Berichte über Trapelus (z.B. in der elaphe 2007/4 ein Bericht über T. savignii).

Weitere Informationen auf http://www.trapelus.de

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